Spannung bis zum Abpfiff
Am Sonntag empfing die 2. Männer der BSG Stahl Brandenburg das Schlusslicht der Kreisoberliga Havelland, die SpG Rot-Weiß Groß Glienicke/Seeburger SV. Von der Tabellenkonstellation her ein ungleiches Duell, der Fünfte gegen den Letzten, doch davon war über weite Strecken nichts zu sehen. Die Gäste glaubten an sich, wollte auf jeden Fall etwas mitnehmen und boten große Gegenwehr, was Stahl-Trainer Steffen Sgraja hinterher anerkennend feststellte: „Die sind nicht wie ein Absteiger hier aufgetreten.“
Sgraja musste wieder einmal „bunt“ aufstellen, da einige Spieler verletzt sind oder im Urlaub. So befanden sich im Kader wieder etliche A-Junioren, die am Vormittag schon im Einsatz waren. Wobei Spieler wie Moritz Droste und Ben Dayan Bleiß, die für die 2. Männer nach der Pause zum Einsatz kamen, auch schon am Vortag in der 1. Mannschaft ihren Auftritt hatten. Von der Verbandsligaelf stand auch noch Jonas Günther zur Verfügung, der Spielpraxis sammeln sollte. Und der machte in einigen Szenen schon den Unterschied, stellte seine Klasse zur Schau, wie in der 24. Minute, als er von der Mittellinie durchmarschierte, sich nicht aufhalten ließ und zum 1:0 abschloss.
Die Führung brachte aber nicht die erhoffte Sicherheit bei den Gastgebern. Praktisch noch in den Torjubel hinein, kamen die Gäste zum Ausgleich, als sie energisch in den Stahl-Strafraum eindrangen und durch Max Dommel zum 1:1-Ausgleich abschlossen. Beide Teams hatten in der ersten Hälfte Probleme Torchancen zu kreieren. Zum einen bereitete der unebene Platz Schwierigkeiten bei der Ballannahme, wie auch die Gegenspieler, die frühzeitig störten. Nabil Daoud hatte in der 37. Minute Pech, als sein Abschluss im gegnerischen Sechzehner knapp am rechten Pfosten vorbei ging. Auf der Gegenseite zeichnete sich Stahl-Torwart Leon Vorheier kurz vor der Pause bei einem Versuch von
Joshua Herm aus, der es aus 12 Metern versuchte.
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts sahen die Zuschauer einen ähnlichen Verlauf. Der Wille auf beiden Seiten war zu sehen, doch die Umsetzungen ließen zu wünschen übrig. So musste in der 57. Minute der Zufall für die Gastgeber helfen. Die Gästeabwehr unterschätzte einen weiten Ball, Ayubkhon Kobilov setzte erfolgreich nach und ließ sich die Chance zum 2:1 nicht entgehen. Da die Gäste nun versuchten noch offensiver zu werden, ergaben sich gute Konterchancen für die Platzherren, die sie aber nicht gut ausspielten. In der 78. Minute hätte Günther seinen Auftritt krönen können, wenn nicht gar müssen, als er frei vor dem gegnerischen Torwart Randy Rottmann auftauchte, aber scheiterte.
So mussten die 2. Stahl-Männer bis zum Abpfiff um den Sieg bangen. Und der geriet arg ins Wanken. Zweimal schien der Ausgleich fällig, doch einmal rettete Michael Menke artistisch auf der Linie, dann bekam Torwart Vorheier gerade noch eine Hand an den Ball und lenkte ihn zur Seite ab. In der 90. Minute hatte der SpG-Kapitän Benjamin von Zitzewitz die große Möglichkeit, zielte aber aus sechs Metern am linken Pfosten vorbei. Weit in der Nachspielzeit dann die letzte Gelegenheit des Spiels für die Brandenburger. Bleiß bediente Jerome Herzog, der aber an Keeper Rottmann nicht vorbeikam. In der hektischen Schlussphase verteilte der Schiedsrichter noch etliche Gelbe Karten, ehe er zur Erleichterung der Gastgeber endlich abpfiff.
Trainer Sgraja sagte nach Spielschluss: „Das war kein Fußball-Leckerbissen, aber der Gegner hat sich heftig gewehrt, uns es nie leicht gemacht. Dass wir bis zum Ende zittern mussten, lag auch an uns, wir hätten den Sack vorher zumachen können. Aber wir wollten auch den Sieg und haben dafür alles gegeben. Nochmals Dank an die Jugend, dass sie wieder ausgeholfen hat.“ Kommenden Sonntag (17. Mai) haben die 2. Männer erneut Heimrecht, um 15 Uhr ist die SG Geltow zu Gast.
Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.