
Besitzer für einäugigen kranken Fundkater gesucht
Besitzer für einäugigen kranken Fundkater gesucht © Stadt Brandenburg an der Havel Am 20. Oktober 2026 wurde am Studentenwohnheim in der Zanderstraße ein mauzender, etwa
Mit Ton, Farben und viel Geduld entstehen in Brandenburg an der Havel besondere Kunstwerke. Geschaffen werden sie von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die in der Lebenshilfe Werkstatt Brandenburg an der Havel sowie in den Fliedners Werkstätten der Lafim-Diakonie kreativ arbeiten. Ihre Werke erzählen Geschichten, drücken Gefühle aus und zeigen, wie Kunst dabei helfen kann, den eigenen Weg zu finden.
Die entstandenen Arbeiten sind derzeit Teil einer Wanderausstellung. Nach einer ersten Station im Städtischen Klinikum waren die Exponate bereits im Gotischen Haus in der Ritterstraße und im Bürgerhaus Hohenstücken zu sehen. Weitere Ausstellungsorte in der Havelstadt sind geplant.
Wie viel Herzblut in jedem einzelnen Werk steckt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen der Lebenshilfe Werkstatt in der Wredowstraße. Seit mehr als 30 Jahren entstehen dort Keramiken in Handarbeit. Gemeinsam mit dem Künstler Brigk Münchehofe formen die Teilnehmenden aus Ton Vasen, Blumen, Tiere, Haustürschilder und dekorative Figuren. Besonders beliebt sind derzeit Igel und Fische. Auch Preise für Wettbewerbe und Auszeichnungs-Veranstaltungen werden hier gestaltet. Nach dem Formen trocknen die Werke etwa eine Woche, werden im Brennofen gebrannt und anschließend glasiert, um sie haltbarer und schöner zu machen. Für Keramiken im Außenbereich empfiehlt Münchehofe, sie im Winter vor Frost zu schützen – entweder auf einer Holzplatte aufzustellen oder während der kalten Monate im Haus aufzubewahren.
Für Katja Schadack vom Sozialen Dienst der Lebenshilfe ist der Keramikkurs weit mehr als ein kreatives Freizeitangebot:
„In drei Gruppen mit jeweils etwa sechs Menschen können unsere Beschäftigten ihre Ideen in Form bringen. Es entsteht nicht nur etwas Wertvolles, das zum Beispiel auf dem Regionalmarkt im Paulikloster oder beim Gartenmarkt auf dem Neustädtischen Markt verkauft wird. Die Beschäftigten stärken auch ihr Selbstbewusstsein und verarbeiten durch Kreativität ihre Krankheit.“
Unter dem Leitgedanken „Die Gedanken sind frei“ finden Gefühle, Erfahrungen und Hoffnungen ihren Ausdruck in den Kunstwerken. Die kreative Arbeit schafft einen geschützten Raum, in dem individuelle Fähigkeiten wachsen können – geprägt von gegenseitigem Verständnis, Akzeptanz und Zusammenhalt.
Wie unterschiedlich die Inspirationen sind, zeigen die Künstlerinnen und Künstler selbst. Kathleen nimmt seit mehr als acht Jahren am Keramikkurs teil. Ihre Motive findet sie vor allem in der Natur. Igel und Schmetterlinge gehören zu ihren Lieblingsfiguren.
„Bei der Arbeit mit den Keramiken kann ich entspannen. Meine Motive finde ich in der Natur, manchmal sogar im eigenen Garten,“
erzählt sie.
Kristin hat bereits Frösche, Elefanten und beleuchtete Häuser aus Ton gestaltet. Nachdem ihre weihnachtlichen Häuschen im vergangenen Jahr großen Anklang fanden, plant sie für die kommende Adventszeit Wichtel, die als sogenannte Kantenhocker Regale und Schränke schmücken.
Dörte begann ihr künstlerisches Schaffen mit Gesichtern und Fischen. Inspiration findet sie im Alltag oder bei Ausstellungen. Viele Eindrücke nimmt sie mit nach Hause und setzt sie anschließend auf ihre ganz eigene Weise in Ton um.
„Die Wanderausstellung macht deutlich, dass hinter jedem Kunstwerk nicht nur handwerkliches Geschick steckt, sondern auch persönliche Erfahrungen, Mut und Kreativität. Sie lädt dazu ein, Menschen mit psychischen Erkrankungen unvoreingenommen zu begegnen – und ihre Werke nicht über ihre Erkrankung, sondern über ihre Ausdruckskraft zu betrachten. Kunst wird so zu einer Sprache, die verbindet und zeigt, welche Fähigkeiten in jedem Menschen stecken,“
sagt Brandenburgs Psychiatrie-Koordinatorin Catrin Krüger.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters

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