KUNST trotzdem machen – BSW-Fraktion bedauert Brennabor-Schließung und kritisiert falsche Prioritäten


BSW

KUNST trotzdem machen – Ist das grenzenloser Optimismus verbunden mit einer Trotzreaktion?

Wir wissen es nicht.

Jedenfalls haben es die Vorstandsmitglieder des Freundeskreis der Kunsthalle Brennabor geschafft,  den Mitgliedern des Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung am letzten Donnerstag mit ihrer positiven Aufbruchstimmung eine gehörige Überraschung zu bereiten.

Auf Einladung des Freundeskreises fand die Oktoberberatung nämlich direkt vor Ort in der vor der endgültigen Schließung stehenden Kunsthalle Brennabor statt.

Vorstandsmitglied Klausdieter Zschech informierte in einem kurzen historischen Abriss über die Geschichte der Kunsthalle. Die Vorstandsvorsitzende Melanie Ballerstein schilderte die aktuelle Situation, bis hin zur Tatsache „Die Kunsthalle schließt zum 31.12. 2026“.

Die Gespräche mit der Verwaltung und/oder dem Eigentümer führten zu keinem tragfähigen Ergebnis, um die ab 2027 zu zahlenden Mietkosten für die „Kunsthalle der Stadt“ aufzubringen.

Bisher, weil gefördert durch ein EU – Projekt, konnte der Freundeskreis die Kunsthalle mietfrei nutzen.

Ungefähr 40 Mitglieder stark ist der Freundeskreis, der sechs Ausstellungen pro Jahr auf die Beine stellen konnte und sich aktiv um eine Lösung, also um andere Ausstellungsorte in der Stadt, bemüht.

Auf die Fragen der Stadtverordneten, ob es denn keine tragfähige Lösung zum Erhalt der Kunsthalle gibt, war die eindeutige Antwort der Verwaltung „Nein, am 31.12.2026 ist Schluss“.

Die BSW–Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Brandenburg an der Havel erinnert dieses rigorose Handeln fatal an die damalige Situation der „Altstädter“ und dem von ihnen mit Leben erfülltem Bürgerhaus in der Bäckerstrasse.

Wieder fällt ein Stück Kultur, ein Stück kulturelles Leben der Stadt dem Sparzwang, der Haushaltslage der Stadt zum Opfer.

Warum nur? Schauen wir uns die Liste der mit den Mitteln aus dem „Zukunftspaket Brandenburg“ finanzierten Investitionsprojekte an, gebe es sicher die Möglichkeit, im Gegenzug ein wenig städtische Mittel für eine akzeptable Lösung im Sinne der Kunsthalle umzuschichten. 

Aber nein, Gelder werden für eine Politik, die uns kriegstüchtig und wehrfähig machen soll, benötigt. Das beginnt im Bundeshaushalt und wirkt sich aus bis in die Finanzausstattung der Kommunen. Kunst und Kultur müssen sich ganz hinten anstellen – außer es geht um sogenannte „Abrollbehälter für Kulturgut“, um unsere Kunst im Kriegsfall zu retten – dafür möchte die Stadt ganze 300.000 Euro ausgeben. Was für eine verrückte Prioritätensetzung!“

Mitglieder der BSW Fraktion Heidi Hauffe und Andreas Kutsche

Quelle: BSW

Leserbriefe, Wahlwerbung und politische Meldungen unterliegen der Eigenverantwortung des Verfassers und spiegeln nicht die Meinung oder Interessen der Redaktion wieder.

BSW

Weitere Nachrichten

Cookie Consent mit Real Cookie Banner