Das Stadtduell zwischen dem BSC Süd 05 und der BSG Stahl Brandenburg hatte es in sich. Die 2.113 Zuschauer sahen insgesamt sieben Tore und vier Hinausstellungen. Für Gesprächsstoff war gesorgt auf den Rängen. Dabei kehrte die Mannschaft vom Quenz das Ergebnis aus der Vorsaison um. Vor fast genau sechs Monaten gewannen die Nullfünfer mit 5:2, diesmal war es die Stahl-Elf, die mit einem 5:2-Erfolg den Platz verließ.
Beide Reihen begannen extrem nervös. Sie leisteten sich Abspielfehler und kamen bei den
Zweikämpfen zu spät, was zu etlichen Freistößen führte. Als erste lösten die Gäste die mentale Blockade, konnten sich häufiger bis zum gegnerischen Strafraum durchspielen. Marvin Gründler erhielt nach einer Viertelstunde die erste Chance, er traf den Ball jedoch nicht richtig und sein Schuss ging am rechten Pfosten vorbei. Etwas später klärte die BSC-Abwehr im letzten Moment gegen Ben Dayan Bleiß (21.). Bei der folgenden Ecke köpfte Adrian Jaskola aufs Tor, Schlussmann Tornike Zarkua wehrte nach vorn ab und Bleiß bedankte sich mit dem Führungstreffer.
Die Gäste blieben dran, ruhten sich nicht auf dem knappen Vorsprung aus. Nach einer halben Stunde ergaben sich gute Möglichkeit nachzulegen. Nach einigem Wirrwarr im Süd-Sechzehner kam der Ball zu Timm Renner, der aus sechs Metern an Zarkua scheiterte. Gleich im nächsten Angriff legte Renner für Bleiß auf, der über das Tor zielte. Die Stahl-Elf erspielte sich ein Chancenplus, von den Gastgebern war bis zur 38. Minute offensiv nichts zu sehen. Da kam Finn Niklas Spirius im Stahl-Strafraum an den Ball, schoss aufs Tor, doch Max-Bennet Säger klärte vor der Torlinie.
In der Schlussphase der ersten Hälfte agierten die Fußballer vom Quenz unkonzentrierter. In der 41.Minute wurde der Ball zwar aus dem eigenen Sechzehner geklärt, doch niemand setzte entschieden nach. Außer der Nullfünfer Mohammed Sallah, der sich ein Herz nahm und aus 25 Metern unhaltbar für Schlussmann Felix Baitz abzog. Ein Sonntagsschuss am Samstag brachte das glückliche 1:1 für die Platzherren. Eine Gedankenlosigkeit kurz vor der Pause brachte die Gäste wieder einmal um die verdiente Führung.
Die holten sie sich aber umgehend wieder. Eine Minute nach dem Wiederanpfiff holte Torschütze Sezan Houenaou Marvin Gründler im Strafraum, von dem Beinen. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter und schickte den Übeltäter per Ampelkarte vom Feld. Erik Sauer übernahm die Verantwortung und traf sicher zum 2:1 (47.). Die Stahlmannschaft hatte wieder Spaß an der Partie, steckte im Offensivmodus. Nur vier Minuten später erzielte Romain Joel Siabe Tegefouet, nach einer Ecke, per Kopf das 3:1. Die Stimmung bei den Gästen konnte nicht besser sein und sie erfuhr noch eine weitere Steigerung. Nach einem schnellen Umschaltspiel spurtete Bleiß in den Sechzehner,
spielte auf Gründler, der zu Jonas Günther, der wiederum auf Bleiß ablegte und der vollendete gekonnt zum 4:1 (63.) ins linke obere Eck.
Von den Gastgebern war in der zweiten Hälfte bisher nichts zu sehen, bis auf einen indirekten Freistoß (61.) im Stahl-Sechzehner , der in der Mauer hängen blieb. In der 71. Minute durfte der Doppeltorschütze Ben Dayan Bleiß vom Platz, er wurde von Dominic Kanyi ersetzt. Der stand acht Minuten später im Mittelpunkt. Er wurde in Höhe der Mittellinie gefoult, und stand anschließend mit dem Verursacher Stirn an Stirn gegenüber. Der nahm die Einladung an, fiel theatralisch hin und Kanyi bekam die Rote Karte, während der Süd-Spieler mit Gelb bedacht wurde.
Nun entglitt Schiedsrichter Max Stramke die Partie. Wenig später setzte sich Renner im Zweikampf eigentlich durch, wird aber massiv mehrmals festgehalten, für den Referee nicht freistoßwürdig. Im Gegenzug wird ein Angriff der Nullfünfer mit einem Foul unterbunden. Noch bevor Stramke pfiff schoss Sauer den Ball weg. Dafür wurde er verwarnt und da er schon Gelb hatte, musste er das Feld (83.) verlassen. Nur eine Minute später sah der BSC-Kicker Owen Orobosa Osaghae nach Hinwies eines Assistenten die Rote Karte, damit herrschte, personell gesehen, wieder Gleichstand auf dem Rasen. Es dauerte dann einige Minuten ehe die Partie wieder angepfiffen wurde, da die BSC-
Anhänger den Assistenten an der Seitenlinie bedrohten. An dieser unnötigen Hektik hatte der Unparteiische einen großen Anteil.
In der Nachspielzeit verkürzten die Gastgeber auf 2:4. Einen Freistoß konnte Baitz nur abklatschen, den Nachschuss drosch Leo Schönemann ins Netz. Es war aber noch nicht der Schlusspunkt. Zwei Minuten später marschierte Lamin Jatta, der ein enormes Laufpensum an den Tag legte, von der Mittellinie in Richtung BSC-Strafraum, ließ zwei Gegenspieler stehen und hatte dann bei seinem Schuss Glück, dass der abgefälscht wurde und zum 5:2-Endstand im Tor landete.
Riesenjubel beim Stahl-Anhang, der Mannschaft sowie allen Verantwortlichen beim Abpfiff. Vielleicht hatten einige auf dieses Ergebnis gehofft, erwartet wohl niemand. Abgesehen von einigen Phasen bestimmten die Stahl-Spieler diese Partie. Man kann keinen hervorheben, jeder hat seine Rolle ausgefüllt, ging an seine Grenzen, um in diesem Derby zu bestehen. Hut ab vor dieser Energieleistung. Angefangen von der Defensive, die die beiden BSC-Torgaranten Patrick Richter und Tim Dethloff, keinen Stich ließen, dem Mittelfeld mit ihrem präzisen Passspiel und den Angreifern, die ein ständiger Unruheherd waren. In der Tabelle rückte die BSG Stahl auf den 9. Platz vor.
Am kommenden Samstag erwartet die Stahl-Mannschaft den Tabellendritten SV Viktoria Potsdam ab
14:00 Uhr im heimischen Stadion am Quenz.
Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.