Kunstwerke von Menschen mit einer psychischen Erkrankung sind seit 13. Januar im Gotischen Haus in Brandenburg an der Havel zu sehen.
Eröffnet wurde die Ausstellung von der Beigeordneten Alexandra Adel und Psychiatriekoordinatorin Catrin Krüger im Gotischen Haus, Ritterstraße 86. Dort ist sie bis 13. März 2026 zu sehen.
Eine weitere Station ist die Volkshochschule. In ihren Räumen in der Upstallstraße 25 werden die Exponate vom 16. März bis zum 31. Mai 2026 ausgestellt. Zuvor wurde die Ausstellung im Städtischen Klinikum gezeigt. Unterstützt wird das Projekt vom Gesundheitsamt der Stadt Brandenburg an der Havel sowie weiteren Kooperationspartnern und Mitgliedern der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG).
Die Wanderausstellung präsentiert Bilder und Skulpturen von Beschäftigten der Lebenshilfe Werkstatt Brandenburg an der Havel sowie der Fliedners Werkstätten der Lafim-Diakonie.
Die Beigeordnete Alexandra Adel begrüßt die Wanderausstellung ausdrücklich:
„Psychische Erkrankungen sind oft nicht sichtbar. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, welches kreative Potenzial in Menschen mit psychischen Erkrankungen steckt. Sie schafft Begegnung, baut Vorurteile ab und leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Offenheit und Verständnis in der Gesellschaft. Ich werde mich dafür einsetzen, dass diese Ausstellung noch an vielen weiteren Standorten gezeigt wird.“
Der Vater einer Künstlerin äußerte den Wunsch, die Ausstellung im Bürgerhaus Hohenstücken zu zeigen, wo bereits ihr Opa ausstellte. Er sei stolz auf die Werke seiner Tochter.
„Ziel der Wanderausstellung ist es, psychische Erkrankungen sichtbar zu machen und zur Enttabuisierung beizutragen. Die Ausstellung schafft Transparenz und eröffnet einen anderen Blick auf psychische Erkrankungen. Ich danke allen Kooperationspartnern,“
sagt Catrin Krüger.
Psychologin Stefanie Waschke sagt, dass sie sich immer wieder freue, wenn sie ins Büro kommt und solche Kunstwerke bestaunen kann, die auch in ihren Diensträumen ausgestellt sind.
Die Behindertenbeauftragte Katrin Tietz findet es eine gelungene Idee, auch Kunst von Menschen mit Beeinträchtigungen auszustellen. Es helfe mit, Vorurteile abzubauen und gebe den Betroffenen Bestätigung für die wertvolle Arbeit, die sie künstlerisch leisten.
Die Ausstellung gab Besucherinnen und Besuchern auch Gelegenheit in angenehmer Atmosphäre, mit Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.
In der Lebenshilfe Werkstatt Brandenburg an der Havel finden Menschen mit einer psychischen Erkrankung individuelle und vielfältige Arbeitsangebote sowie kreative Möglichkeiten zur Entfaltung. Ein begleitendes Angebot ist ein Keramikkurs. Drei der ausgestellten Skulpturen wurden dort von Mitarbeitenden mit einer psychischen Erkrankung unter Anleitung eines Keramikers gefertigt. Die künstlerische Arbeit bietet Raum für Ausdruck, Stabilisierung und persönliche Entwicklung.
Unter dem Leitgedanken „Die Gedanken sind frei“ setzen die Künstlerinnen und Künstler Gedanken, Gefühle, Erfahrungen und Sorgen in ihren Werken um. Die kreative Tätigkeit unterstützt das Wohlbefinden, stärkt individuelle Fähigkeiten und findet in einer Atmosphäre von Akzeptanz, Verständnis und Zusammenhalt statt.
Auch in den Fliedners Werkstätten der Lafim-Diakonie in Brandenburg an der Havel ist Kunst ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags einzelner Beschäftigter. Seit über 10 Jahren begleitet eine Kunstpsychotherapeutin einen entsprechenden Kurs. Teilnehmende aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen kommen zusammen, um an eigenen Projekten zu arbeiten. Inspiriert von Farben, Formen, Materialien und Künstlergruppen entstehen Werke, die persönliche Geschichten sowie Gedanken und Gefühle widerspiegeln.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters