Misere bei der BSG Stahl Brandenburg


Gebrauchter Tag für die BSG Stahl
Die Misere bei der BSG Stahl Brandenburg geht weiter. Auch im achten Spiel der Rückserie gelang kein Sieg. Im Gegenteil. Im Derby beim Stadtrivalen BSC Süd 05 kassierten die Fußballer vom Quenz eine herbe 2:5-Pleite. Der Sieg der Nullfünfer geht in Ordnung, weil sich das Team im Laufe des Spiels steigerte, während die Mannschaft von Stahl-Trainer Robert Pocrnic abbaute.

Dabei ging es traumhaft für die Gäste los. In der 4. Minute wurde Nils Müller mit einem schönen Pass in die Tiefe geschickt. Er drang in den Sechzehner ein, ließ Torwart Tornike Zarkua stehen und traf flach ins rechte Eck. Nur wenig später zog Luca Benedict Köhn (8.) vom linken Strafraumeck ab, Zarkua konnte den Ball gerade noch über das Tordreieck lenken. Wieder nur vier Minuten später die große Chance zum 2:0. Mit einem sauberen Außenristpass von der Mittellinie schickte Adrian Jaskola erneut Müller, der wieder links am herauseilenden Zarkua vorbeiging, aber zu weit abgedrängt wurde. Er konnte noch flanken, doch der Kopfball von Benjamin Nwatu war zu harmlos.

Dann wie aus dem Nichts der Ausgleich nach einer Viertelstunde. Die rechte Abwehrseite war sich nicht einig, der BSC-Spieler Pedro Guilherme Souza Rocha nahm das Geschenk an, tanzte noch einen Gegenspieler aus und jagte den Ball via Innenpfosten ins Netz. Es war der erste Abschluss der Gastgeber und der saß. Danach verflachte die Partie spielerisch. Beide Seiten probierten es mit weiten Bällen, längere Ballpassagen in den eigenen Reihen waren so nicht möglich. Es herrschte das Prinzip: Zufall. Und der verhalf den Platzherren in der 38. Minute zur Führung. Dem eigentlich gut agierenden Defensivmann Justin Inter unterlief im eigenen Strafraum ein Querschläger in die Höhe,
der Ball wurde zwar an die Strafraumkante befördert, aber genau vor die Füße von Leon
Schrobsdorff, der sofort abzog und halbhoch ins linke Eck traf. Für Stahl-Schlussmann Felix Baitz war es äußerst deprimierend. Zweimal kam der Ball auf sein Tor, zweimal durfte er es herausholen.

Konnte man zur Pause noch von einer glücklichen Führung sprechen, so erarbeiteten ssich nun die Nullfünfer die Führung. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff unterlief Romain Joel Siabe Tegefouet, der an diesem Tag nicht an seine bisherige Form anknüpfen konnte, ein katastrophaler Fehler im Mittelfeld. Die Gastgeber spielten schnell nach vorn auf Tim Dethloff, der an Baitz scheiterte. Doch in der 55. Minute war das 3:1 fällig. Nach einem weiten Freistoß in den Sechzehner bekam die Stahl-Defensive die Situation nicht geklärt, und Justin Flint ließ sich die Chance aus acht Metern nicht nehmen. Kurz darauf ergab sich die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, als Sebastian Hoyer quer durch den Strafraum auf Köhn passte, dessen Schuss Zarkua gerade noch aus dem Winkel kratzte.

Wenn die Stahl-Fans dachten, das war der Startschuss zur Aufholjagd, so blieb dies eine Illusion. Es gab kaum zusammenhängende Aktionen, die Gäste liefen sich immer wieder an der stabilen BSC-Abwehr fest, die hohen Bälle konnten die Gastgeber leicht verteidigen. Trainer Pocrnic hatte schon zum Wiederanpfiff begonnen frische Kräfte zu bringen, doch kein Einwechselspieler sorgte für neue Impulse. Nach einer Stunde beinah der nächste Süd-Treffer. Nach einer Ecke ließ Baitz den Ball fallen, konnte letztendlich sein Missgeschick selbst wieder ausbügeln. Kurz darauf zeigte er sein Können, als er bei einem Konter der Platzherren blitzschnell ins richtige Eck abtauchte. Im weiteren Verlauf waren die Nullfünfer näher dran am nächsten Treffer als die Stahl-Elf. In der 75. Minute versuchte es Lamin Jatta aus 20 Meter, scheiterte aber am Keeper Zuarka. Im direkten
Gegenzug kamen die Gastgeber blitzschnell über die linke Seite, doch Baitz verhinderte vorerst ein weiteres Gegentor. Fünf Minuten später sorgte der Schiedsrichter wieder für Spannung in der Partie. Jean-Pierre Dellerue wurde nach seiner Ansicht im Strafraum gefoult und er entschied auf Elfmeter. Das „Opfer“ trat selbst an und traf zum 2:3. Doch dieses Tor setzte keine zusätzlichen Kräfte bei den Gästen frei. Alle Offensivaktionen versandeten durch Fehlabspiele oder schlechter Ballannahme.

Die Gastgeber, die durch ihr geschicktes Stören sich immer wieder in gute Offensivsituationen brachten, belohnten sich in der Schlussphase noch mit zwei weiteren Toren. In der 86. Minute wehrte Baitz zunächst noch ab was zu halten war, doch Abdelkarim Koussi setzte erfolgreich zum 4:2 nach. Damit stand der Sieger fest, aber noch nicht das Endergebnis. Can Cinar köpfte in der 90. Minute nach einer Ecke unhaltbar zum 5:2-Endstand ein.

Der Erfolg mag vielleicht etwas zu hoch ausgefallen sein, doch die Nullfünfer überzeugten durch Einsatzwillen sowie eine unglaubliche Effizienz vor dem Tor. Selten hat man die Stahl-Abwehr in dieser Saison so schwimmen sehen, wie in dieser zweiten Hälfte. Bei fast jedem hohen Ball in den Sechzehner drohte Gefahr, weil die BSC-Spieler eher dran waren. Trotz der bitteren Niederlage konnten sich die Spieler noch den Trost ihrer treuen Anhänger von der Fankurve abholen. Am kommenden Sonnabend (2. Mai/15 Uhr) kann die Stahl-Elf im Heimspiel gegen SV Altlüdersdorf zeigen, dass sie Wiedergutmachung betreiben will.

Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.

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