Am Dienstag, 5. Mai 2026, haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger auf dem Altstädtischen Markt am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen teilgenommen. Aufgerufen dazu hatte die Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e. V. Ziel war es, ein sichtbares Zeichen für Inklusion, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe zu setzen.
Viele Teilnehmende folgten dem Aufruf und brachten ihre Anliegen mit Plakaten und Transparenten zum Ausdruck. Botschaften wie „Es ist normal, verschieden zu sein“ machten deutlich, dass es um grundlegende Rechte und um Respekt im Alltag geht.
Der 1. Vorstand der Lebenshilfe, Matthias Pietschmann, führte durch die Veranstaltung. Im Gespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten Jeannette Horn, der Behindertenbeauftragten Katrin Tietz sowie der Vorsitzenden des Behindertenbeirates, Sybille Kluge, wurde deutlich, dass Fortschritte erreicht wurden, zugleich aber weiterhin erheblicher Handlungsbedarf besteht. Pietschmann wies darauf hin, dass zentrale Aufgaben häufig durch Sponsoren getragen würden, obwohl sie in staatlicher Verantwortung lägen. Die 2. Vorständin Nadin Leetz betonte, dass Teilhabe nicht verhandelbar sei. Die größten Barrieren bestünden oft in den Köpfen der Menschen. Deshalb brauche es sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum.
Oberbürgermeister Daniel Keip nahm an der Veranstaltung teil und erhielt einen Wünschebaum, der im Rahmen eines Straßenfestes in Hohenstücken geschmückt wurde. Bürgerinnen und Bürger hatten dort ihre Anliegen und Erwartungen angehängt. Viele Beiträge befassen sich mit der Gleichstellung von Rechten, dem Abbau von Barrieren und dem Wunsch nach einer inklusiven Stadtgesellschaft. Der Wünschebaum soll künftig einen festen Platz auf dem Marienberg finden, der von einem Inklusionsbetrieb gepflegt und erhalten wird.
Daniel Keip erklärte, dass bereits Fortschritte erreicht worden seien, zugleich aber weitere Anstrengungen notwendig blieben. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dieser Anspruch gelte ohne Einschränkung auch für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Es gehe darum, Strukturen zu schaffen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Als gelungenes Beispiel für Teilhabe nannte der Oberbürgermeister den Kanu-Weltcup vom 14. bis 17. Mai 2026 an der Regattastrecke am Beetzsee, bei dem Sportlerinnen und Sportler der Weltelite gemeinsam mit Parakanutinnen und Parakanuten antreten.
Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichnete der Oberbürgermeister gemeinsam mit weiteren Teilnehmenden eine Petition unter dem Motto „Teilhabe ist Menschenrecht“. Sie richtet sich gegen mögliche Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen.
Die Petition ist online abrufbar.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters