
Besitzer für einäugigen kranken Fundkater gesucht
Besitzer für einäugigen kranken Fundkater gesucht © Stadt Brandenburg an der Havel Am 20. Oktober 2026 wurde am Studentenwohnheim in der Zanderstraße ein mauzender, etwa
Am 22. August 2026 jährt sich der Todestag von Vicco von Bülow alias Loriot zum 15. Mal. Fünfzehn Jahre sind vergangen, seit der Mann, der Deutschland das Lachen über sich selbst lehrte, im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See gestorben ist. Und doch scheint Loriot bis heute mitten unter uns zu sein. In unseren Redewendungen, in unseren Erinnerungen – und vor allem in den kleinen, manchmal herrlich absurden Situationen des ganz normalen Lebens. Seine Sketche, Zeichnungen, Filme und Figuren gehören längst zum kulturellen Gedächtnis Deutschlands. Und wer heute „Ein Klavier, ein Klavier!“, „Früher war mehr Lametta!“, „Die Ente bleibt draußen!“ oder „Gwyneth Molesworth“ in Verbindung mit „Lord Heskerth-Fortescue in Nether Addlethorpe“ hört, hat schnell die dazugehörigen Bilder vor Augen und ein Lächeln im Gesicht.
Was ebenso unumstößlich ist: Loriot war ein echter Brandenburger.
Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren und am 30. Dezember desselben Jahres in der St.-Gotthardt-Kirche getauft. Sein Künstlername „Loriot“ geht auf den Pirol zurück, den Vogel im Wappen der Familie von Bülow.
Auf Anraten seines Vaters studierte Vicco von Bülow Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Hamburg, womit eine außergewöhnliche künstlerische Laufbahn begann. Er wurde zu einem der vielseitigsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts: Zeichner, Karikaturist, Humorist, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner und Professor für Theaterkunst.
Loriots Humor war dabei nie laut oder verletzend. Er brauchte keine großen Effekte. Ein schief hängendes Bild, eine Nudel oder eine ausufernde Unterhaltung zwischen zwei Menschen genügten ihm, um die komischsten Welten zu erschaffen. Er brachte die kleinen menschlichen Schwächen groß heraus – zur Freude aller.
Seiner Geburtsstadt Brandenburg an der Havel blieb Loriot stets verbunden. 1993 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Im selben Jahr gründete er die Vicco-von-Bülow-Stiftung, die sich bis heute der Förderung musikalischer Kinder sozial schwacher Familien sowie kultureller und mildtätiger Anliegen widmet.
Im Stadtgebiet begegnet uns Loriot vielfältig: Die städtische Musikschule trägt seinen Namen, ein 2015 errichtetes Denkmal nahe der Johanniskirche erinnert an ihn und vielerorts trifft man auf den von ihm erfundenen Waldmops – als kleine bronzene Figur, die sitzt, steht, schläft, schnüffelt oder das Bein hebt. Die hölzernen Knollnasenmännchen – insbesondere auf der Sitzbank auf dem Altstädtischen Markt – zählen zu den beliebtesten Fotomotiven bei Touristen. Und wer mehr über Loriot oder die Waldmöpse erfahren möchte, schließt sich einer „Mops-Führung“ oder der Stadtführung „Auf den Spuren von Vicco von Bülow“ an. Letztere führt unter anderem zur St. Gotthardtkirche in seine Taufkapelle, die als Dank für Vicco von Bülows Bemühungen um die Havelstadt anlässlich seines 85. Geburtstages mittels Spendengeldern aus der Bevölkerung restauriert werden konnte.
Vor allem aber hat sich Vicco von Bülow selbst unsterblich gemacht – mit seinen Figuren und Texten, seinen TV-Sketchen und Filmen.
Danke, Loriot, für all die Momente, in denen uns gezeigt wird, wie wunderbar komisch das Leben sein kann.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

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