Slowenische Praxisbeispiele für Brandenburger Unternehmen - Die THB holt praxistaugliche Impulse für KMU-Nachhaltigkeitsberichterstattung nach Brandenburg


Zum interregionalen Projekttreffen kamen die Teilnehmenden des CSRDatSME-Projektes zwei Tage in Slowenien zusammen. Foto: Ioanna Gkerazi

Wie kann Nachhaltigkeitsberichterstattung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) so gestaltet werden, dass sie im Alltag gut umsetzbar bleibt und zugleich belastbare Informationen liefert? Mit diesem Fokus war die Technische Hochschule Brandenburg (THB) im Rahmen des Interreg-Europe-Projekts CSRDatSME (Increased competitiveness of SMEs through valid sustainability reporting) vom 23. bis 25. Februar 2026 beim zweiten interregionalen Projekttreffen und Study Visit in der slowenischen Region Gorenjska vertreten.

 

Begleitet wurde die THB-Delegation von Falk-Florian Hoene, Referatsleiter im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK), sowie von Marko Buchta, Leiter der Koordinierungsbehörde im Ministerium der Finanzen und für Europa des Landes Brandenburg (MdFE) mit Zuständigkeit für INTERREG / Europäische territoriale Zusammenarbeit.

 

Der Study Visit machte deutlich: „Für KMU entscheidet sich der Erfolg von Nachhaltigkeitsberichterstattung weniger an abstrakten Vorgaben als an praktikablen Prozessen, verständlicher Orientierung und regionalen Unterstützungsstrukturen“, sagt Susann Wagner, die das Projekt an der THB leitet. Genau hier setzt CSRDatSME an: „Die THB arbeitet gemeinsam mit europäischen Partnern und einer Brandenburger Stakeholder-Gruppe daran, Rahmenbedingungen und Instrumente so weiterzuentwickeln, dass KMU Nachhaltigkeitsberichte effizient und verlässlich erstellen können – als Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, Lieferkettenanforderungen und zunehmend auch Finanzierungsgespräche.“

 

Inhaltlicher Schwerpunkt des Besuchs war der Austausch mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Praxis in Kranj am Business Support Centre (BSC) / Regional Development Agency – Business Incubator Kovačnica. Im Zentrum standen konkrete Praxisbeispiele zur Einführung und Umsetzung von Nachhaltigkeitsberichterstattung in KMU: erprobte Vorgehensweisen, typische Hürden in der Datenerhebung und die Frage, wie Unternehmen den Aufwand begrenzen können, ohne an Aussagekraft zu verlieren. Ergänzend wurden Ansätze zur Berechnung des Carbon Footprints (CO2-Fußabdruck) diskutiert – ein Thema, das für viele KMU zunehmend aus Anforderungen von Kunden und Lieferketten entsteht.

 

„Besonders anschaulich wurde der Praxisbezug bei den Vor-Ort-Besuchen“, so Susann Wagner. Bei Iskraemeco d.d. erhielten die Teilnehmenden zum Beispiel Einblicke, wie Nachhaltigkeitsaspekte in einem international tätigen Unternehmen organisatorisch verankert und für Berichtsprozesse nutzbar gemacht werden können.

 

Zum Abschluss wurden im Rahmen des Steering Committee die nächsten Schritte im Projekt beraten, darunter die Weiterentwicklung regionaler Instrumente und die Ableitung konkreter Transferansätze. Für Brandenburg ist das Ziel klar: Die Erkenntnisse aus Slowenien sollen in praxistaugliche Orientierung und Unterstützung für KMU übersetzt werden – gemeinsam mit den regionalen Stakeholdern, die Unternehmen bereits heute begleiten.

 

„Unabhängig von bestehenden oder kommenden Berichtspflichten wird das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor für KMU und Unternehmen insgesamt. Wie KMU bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung unterstützt werden können, untersucht die TH Brandenburg bei CSRDatSME mit wissenschaftlichen Methoden zusammen mit Partnern aus allen europäischen Regionen. Bei dem Projekt kommen zwei wichtige Betätigungsfelder von Hochschulen, der Transfer und die internationale Vernetzung, in exemplarischer Weise zusammen. “, so Falk-Florian Hoene (MWFK).

 

„Unser gemeinsames EU-Projekt zeigt anschaulich, wie Interreg Europe helfen kann die notwendigen Ansprüche an Nachhaltigkeit in Unternehmen umzusetzen, ohne weitere bürokratische Hürden zu errichten. Die TH Brandenburg etabliert sich in dem Netzwerk als gefragter internationaler Partner aus Brandenburg”, ergänzt Marko Buchta (MdFE).

 

Über CSRDatSME

Das Projekt CSRDatSME unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Umsetzung der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Es wird von einem internationalen Konsortium aus sechs Partnern getragen, koordiniert von der PXL University of Applied Sciences and Arts (Belgien). Partner sind Institutionen aus Albanien, Tschechien, Deutschland (THB), Slowenien und Griechenland. Das Vorhaben läuft vom 1. Mai 2025 bis zum 31. Juli 2029, hat ein Budget von 1.478.646 Euro und wird durch die Europäische Union im Rahmen des Programms Interreg Europe gefördert.

 

Weitere Informationen:

www.interregeurope.eu/csrdatsme

https://transfer.th-brandenburg.de/wissenstransfer  

 

Quelle: Technische Hochschule Brandenburg
University of Applied Sciences

 

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