Klimabericht 2024/2025: Was beim Klimaschutz umgesetzt wurde


Der Marienberg mit Friedenswarte gehört zu den Grünanlagen der Havelstadt. © Stadt Brandenburg

Die Stadt Brandenburg an der Havel veröffentlicht ihren Klimabericht 2024/2025. Der Bericht gibt einen Überblick über die Umsetzung der im Energie- und Klimaschutzkonzept festgelegten Maßnahmen. Er zeigt, welche Vorhaben umgesetzt oder verstetigt wurden, wo die Umsetzung voranschreitet und an welchen Stellen weiterhin Handlungsbedarf besteht.

Die Stadtverordnetenversammlung beschloss 2017 das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept. Nach neun Jahren befindet sich das Konzept in wesentlichen Teilen in der Umsetzung: Seitdem wurde ein großer Teil der darin enthaltenen Maßnahmen aufgegriffen und bearbeitet – mit unterschiedlichen Umsetzungsständen und Ergebnissen.

Für Bürgermeister Michael Müller zeigt der Bericht, dass viele der in 2017 angestoßenen Themen sich auch sichtbar in der Umsetzung befinden:

„Besonders deutlich werden die Fortschritte bei der energetischen Modernisierung der Straßenbeleuchtung, der Wärmeversorgung kommunaler Gebäude und dem Ausbau der Fernwärme. Hier zeigt sich ganz praktisch, was in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt werden konnte.“

Drei Beispiele zeigen die Entwicklung

Straßenbeleuchtung: Das Handlungsfeld weist insgesamt einen hohen Umsetzungsgrad auf. In den Jahren 2024 und 2025 wurden zahlreiche weitere LED-Umrüstungen realisiert. Ein Beispiel ist die Umrüstung der Straßenbeleuchtung im Industriegebiet Hohenstücken, Modernisierung von 26 Scheinwerferanlagen der Denkmale (z.B. Altstädtisches Rathaus, Wasserturm Kirchmöser) oder auch die Installation von Solarleuchten in Klein Kreutz. Die Umstellung auf LED-Technik reduziert den Energieverbrauch um durchschnittlich 50 Prozent, Betriebskosten und CO₂-Emissionen.

Kommunale Gebäude: Im Berichtszeitraum wurden fünf weitere Gebäude – darunter das OSZ „Alfred Flakowski“ sowie Verwaltungs- und Betriebsgebäude – auf Fernwärme umgestellt. Allein die Umstellung des rund 9.125 Quadratmeter großen Schulgebäudes von Erdgas auf Fernwärme aus Premnitz reduziert die Kohlendioxid-Emissionen rechnerisch um rund 231 Tonnen pro Jahr. Mittlerweile verfügen rund 50 Prozent der größeren kommunalen Gebäude über eine klimaneutrale Wärmeversorgung.

Fernwärme: Einen wichtigen Meilenstein erreichte die Stadt Ende 2024 mit dem Anschluss des Brandenburger Fernwärmenetzes an die thermische Abfallverwertung in Premnitz. Dadurch kann umweltfreundliche Abwärme für die Wärmeversorgung von rund 12.000 Brandenburger Haushalten genutzt werden.

Auch in weiteren Bereichen wurden Maßnahmen vorangebracht – beispielsweise durch neue Fahrradabstellanlagen, die Inbetriebnahme moderner Straßenbahnen und die wachsende Beteiligung am Stadtradeln.

Herausforderungen und weiterer Handlungsbedarf

Der Klimabericht zeigt neben den Fortschritten auch Bereiche auf, in denen weiterer Handlungsbedarf besteht. Dazu gehören insbesondere die Weiterentwicklung des Monitorings und der Datengrundlagen, um die Entwicklung der Treibhausgasemissionen künftig besser abbilden zu können. Eine aktualisierte Treibhausgasbilanz soll hierfür eine wichtige Grundlage schaffen.

Auch begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen beeinflussen die Umsetzung einzelner Maßnahmen. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen seit der Aufstellung des Klimaschutzkonzeptes 2017 weiterentwickelt. Dies betrifft insbesondere die Klimaanpassung, die im bisherigen Maßnahmenprogramm noch nicht umfassend abgebildet ist und künftig strategisch stärker verankert werden soll.

Klimaarbeit wird fortgesetzt

Der Klimabericht ist dabei bewusst als akteurszentriertes Monitoring angelegt. Er dokumentiert Aktivitäten und den Umsetzungsstand der beschlossenen Maßnahmen, ermöglicht aber keine Aussage darüber, ob sich Brandenburg an der Havel beim Klimaschutz insgesamt „auf Kurs“ befindet. Dafür ist insbesondere eine regelmäßig fortgeschriebene Treibhausgasbilanz erforderlich.

Für Jessica Schulz, Koordinatorin für Klimaschutz und Klimaanpassung im Amt für Stadtentwicklung und Denkmalschutz, liegt darin zugleich ein wichtiger Ansatzpunkt für die weitere Arbeit:

„Der Bericht macht transparent, was aus den beschlossenen Maßnahmen geworden ist. Gleichzeitig zeigt er, wo wir methodisch und strategisch weiterarbeiten müssen. Mit einer aktuellen Treibhausgasbilanz und der künftigen Klimaanpassungsstrategie schaffen wir wichtige neue Grundlagen für die weitere Klimaarbeit der Stadt. Zudem arbeitet die Stadt aktuell aktiv an der Kommunalen Wärmeplanung.“

Erstmals sind die zentralen Ergebnisse des Klimaberichts auch digital aufbereitet. Dort können Interessierte die einzelnen Handlungsfelder und Maßnahmen aufrufen und deren jeweiligen Umsetzungsstand nachvollziehen.

Weitere Infos auf der Stadtseite.

Quelle: Stadt Brandenburg

 

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