Mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen setzt inzwischen KI ein. Gleichzeitig
erwartet ein großer Teil der Unternehmen Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten.
Was bedeutet dieser Wandel für Arbeitnehmer und Betriebe in Brandenburg?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich am Montag, 21. September, der KI-Klub in der
Klimawerkstatt Werder. Zu Gast ist Dmitri Steiz (42) aus Brandenburg an der Havel,
Gründer und Projektleiter von Landwirt.ai. Der Unternehmer arbeitet daran, die lokalen
und regionalen Betriebe in Brandenburg in ihrer KI-Kompetenz zu stärken. Hierfür fördern die Europäische Union und das Land Brandenburg das Projektteam von Landwirt.ai im Rahmen sozialer Innovationen.
„KI verändert Arbeit längst – in einem Tempo, das wir bisher noch nie gesehen haben“,
sagt Steiz. Wie schnell der Wandel voranschreitet, zeigen die Ergebnisse der neuen
Bitkom-Studie „KI in der deutschen Wirtschaft“, die der Digitalverband am gestrigen
Montag, 14. September, in Berlin vorgestellt hat.
Erstmals setzt demnach die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland Künstliche
Intelligenz ein – 57 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 36 Prozent, vor zwei Jahren
erst 20 Prozent. Nur noch vier Prozent sagen, KI sei für sie kein Thema. Zwei Drittel der
Anwender finden, KI verbessere ihre Wettbewerbsposition. Gleichzeitig sehen sich neun
von zehn Unternehmen bei KI noch am Anfang: Kein einziges gibt an, das Potenzial der
neuen Technologie bereits voll auszuschöpfen.
Mit Blick auf die Beschäftigten fällt das Bild gemischt aus. Mehr als die Hälfte der
Unternehmen erwartet durch KI in den kommenden zwei Jahren einen Rückgang ihrer
Mitarbeiterzahl. Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen den Anwendern und Nicht-
Anwendern: Wer KI einsetzt, erwartet deutlich seltener einen starken Stellenabbau (neun
statt 15 Prozent) und doppelt so oft zusätzliche Stellen (18 statt neun Prozent) –
„Erfahrung dämpft die Sorge“, so das Fazit des Digitalverbandes.
„Genau diese Erfahrung zu machen, KI auszuprobieren – dazu ermutige ich uns alle.
Erst so können wir verlässlicher abschätzen, was auf uns zukommt“, sagt Steiz. „Und wir
sammeln Fähigkeiten, die uns in Zukunft nützen – denn KI ist kein Hype, sondern eine
der wichtigsten Technologien unserer Zeit. Dabei gewinnen nicht nur KI-Lösungen an
Bedeutung, sondern auch unsere menschlichen Qualitäten wie Kreativität, Erfahrung,
Urteilskraft und Mut, Verantwortung zu übernehmen“, so Dmitri Steiz weiter.
Was der ausgebildete KI-Manager Steiz zu den Sorgen vieler Menschen sagt, die aufgrund von KI um ihren Arbeitsplatz bangen? „Die Sorgen sind real und wir müssen sie ernst nehmen. Für mich ist KI weder ein Schreckgespenst noch ein Allheilmittel – sie ist ein Werkzeug, genauer ein Baukasten, mit dem immer mehr Aufgaben erledigt werden
können. Das heißt nicht automatisch, dass dadurch ganze Berufe verschwinden. Eine
Tätigkeit ist nicht dasselbe wie der Zweck eines Berufs“, so Steiz.
Als Beispiel nennt der Unternehmer die Ärzte: „Heute müssen sich viele Ärzte mit
Bürokratie beschäftigen. Doch ist das der Sinn und Zweck der Medizin? Oder liegt die
Berufung der Ärzte eher darin, sich Patienten zu widmen und ihnen zu helfen, gesund zu
werden? Wenn nun KI den Ärzten einen Teil ihres Papierkrams abnimmt, damit sie mehr
Zeit für ihre Patienten haben, dann ist das für mich Fortschritt.“
Der Brandenburger Dmitri Steiz kennt auch die Perspektive kleinerer Betriebe in den
ländlichen Regionen: „Gerade auf dem Land fehlen oft Zeit und Personal. KI kann hier
praktisch helfen: Sie nimmt lästige Büroarbeit ab, damit Bäuerinnen und Bauern mehr
Zeit für das haben, worauf es ihnen wirklich ankommt – ihren Hof, ihre Tiere und ihre
Felder.“
Beim KI-Klub am Montag in der Klimawerkstatt Werder soll es dabei nicht um Technik-
Hype gehen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Studien, konkrete Beispiele und persönliche
Erfahrungen – mit dem Ausblick und der Frage: Was kann jeder von uns heute tun, um
den Wandel der eigenen Arbeit nicht nur zu erleben, sondern auch mitzugestalten?
Der Abend „KI übernimmt. Und wir?“ beginnt am 21. September um 19:00 Uhr in der
Klimawerkstatt Werder, Luisenstraße 16, 14542 Werder (Havel).
Anmeldung hier >
Der Eintritt ist kostenfrei.
Quelle: Dmitri Steiz