Das Amt für Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Grünflächen hat 2025 zahlreiche Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit umgesetzt und zentrale Projekte vorbereitet. Schwerpunkte lagen auf der Altlastensanierung, dem Grundwasserschutz, der Abfallwirtschaft sowie der Weiterentwicklung öffentlicher Grün- und Spielflächen.
Rückblick 2025
Im Bereich der ehemaligen chemischen Reinigung Kirchmöser wurden 2025 zusätzliche Grundwassermessstellen errichtet und eine weitere Grundwasser-Monitoring-Kampagne durchgeführt. Ziel war die genauere Abgrenzung der LCKW-Schadstofffahne.
Auf dem Gelände der ehemaligen Schmierfettfabrik Am Hafen endete die Tensidspülung in der Sanierungszone 2. Parallel erfolgte die Prüfung von Korrosionsschutzmaßnahmen zum Erhalt der Spundwand und der Anker. Zudem begann die Sanierungsphase 2 mit dem mikrobiellen Abbau der Schadstoffe unter Einsatz von Wasserstoffperoxid.
Weitere Grundwasser-Monitoring-Kampagnen wurden 2025 an mehreren Altlasten-Standorten durchgeführt und ausgewertet. Dazu zählen die ehemalige Gasgeneratorenanlage Kirchmöser, die Sanierungsfläche F3 am Packhof, das ehemalige Gaswerk in der Caasmannstraße sowie das ehemalige PCH-Gelände in der Krakauer Vorstadt. Die Untersuchungen dienen der Bewertung der Schadstoffentwicklung und der Einschätzung des aktuellen Gefahrenpotentials.
Für die Altablagerung Butterlake wurden die Gutachterleistungen für eine Orientierende Untersuchung ausgeschrieben. Die Gefährdungsabschätzung des Schadstoffpotentials wurde von 2024 und 2025 auf den Zeitraum 2025 und 2026 verschoben.
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt war das Thema PFAS. In Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Brandenburg fanden Arbeitstreffen statt. Recherchiert wurden Einsatzorte mit dem Einsatz von Löschschaum als Grundlage für mögliche Orientierende Untersuchungen von Grundwasser auf PFAS-Konzentrationen im Abstrom.
2025 wurden zudem erhebliche Mengen illegal abgelagerter Kabelummantelungen in Waldgebieten im Stadtgebiet festgestellt. Ein Zeugenaufruf in der Presse führte zwar nicht zur Ermittlung der Verursacher, trug jedoch zur Sensibilisierung der Bevölkerung für illegale Abfallablagerungen bei. In Zusammenarbeit mit dem Ortsvorsteher von Kirchmöser, freiwilligen Helfern sowie der BAS Brandenburg an der Havel Arbeitsförderungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft mbH konnten die Abfälle vollständig entfernt und fachgerecht entsorgt werden.
Im Bereich der Abfallvermeidung wurde auf dem kommunalen Wertstoffhof in der August-Sonntag-Straße 3 ein Verschenke- und Tauschmarkt eröffnet. Bürgerinnen und Bürger können dort gut erhaltene Kleinmöbel, funktionierende Elektrogeräte, Dekoration und Alltagsgegenstände abgeben oder mitnehmen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen eine gute Annahme und Nutzung des Angebots.
Zudem nahm der Zweckverband Bioverwertung Schwanebeck seine Arbeit auf. Die Bioabfälle aus der Biotonne werden seit dem 01.03.2025 in Schwanebeck hochwertig in einer geschlossenen Anlage kompostiert.
Auch im Bereich der Grünanlagen und Spielplätze wurden Projekte umgesetzt. Am Eingang des Schlossparks Plaue in der Koenigsmarckstraße entstand auf dem bisherigen Sportplatz eine neue Bolzplatzfläche. Ergänzend wurde eine Spielkombination in Form eines Schiffes installiert.
Ausblick 2026
Für 2026 sind weitere Maßnahmen geplant. An der ehemaligen Schmierfettfabrik Am Hafen soll die Sanierungsphase 2 mit dem mikrobiellen Abbau der Schadstoffe bis Herbst 2026 abgeschlossen werden. Im Bereich der ehemaligen Gasgeneratorenanlage Kirchmöser ist eine weitere Grundwasser-Monitoring-Kampagne vorgesehen, um die Entwicklung der Alkylphenol-Schadstofffahne zu beobachten.
An der Altablagerung Butterlake wird die Gutachtertätigkeit zur Erstellung eines Untersuchungskonzepts begleitet. Ziel bleibt die Gefährdungsabschätzung des Schadstoffpotentials. Parallel sollen umwelttechnische Untersuchungen wie Grundwasser- und Bodenluftmessungen vorbereitet und ausgeschrieben werden. Geplant sind außerdem Orientierende Untersuchungen von Grundwasser auf PFAS-Konzentrationen im Abstrom möglicher Feuerwehreinsatzorte mit Löschschaum.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Information der Anwohner zu Allgemeinverfügungen bei Grundwasserbelastungen mit LCKW. Dies betrifft insbesondere die Mötzower Vorstadt mit der Schadstofffahne des ehemaligen PCH-Geländes sowie den Bereich Heidekrug mit der Schadstofffahne der Justizvollzugsanstalt Brandenburg. Zudem soll das Entsiegelungspotential öffentlicher und privater Flächen im Stadtgebiet recherchiert werden. Geplant sind Informationskampagnen, Pressearbeit und Bildungsangebote, unter anderem in Zusammenarbeit mit Akteuren der Stadtentwicklung und im Rahmen kommunaler Klimaanpassungsstrategien.
In der Abfallwirtschaft stehen die Fertigstellung und der Beschluss der Fortschreibung des Kommunalen Abfallwirtschaftskonzeptes der Stadt Brandenburg an der Havel an. Darüber hinaus sollen die Abstimmungsvereinbarungen zur Entsorgung von Verpackungsabfällen für den Zeitraum ab 2027 erarbeitet werden.
Im Bereich der Grünanlagen, Spielplätze und Friedhöfe ist für 2026 die Aufstellung einer neuen Spielgerätekombination auf dem Spielplatz in der Werner-Seelenbinder-Straße vorgesehen. Dort musste das bisherige Gerät aus sicherheitstechnischen Gründen entfernt werden. Auf dem Friedhof Wilhelmsdorf ist die Neuerrichtung eines Brunnens zur Verbesserung der Wasserversorgung geplant. Auf dem Hauptfriedhof sollen zudem neue Pumpenhäuser in Zusammenarbeit mit dem städtischen Gebäude- und Liegenschaftsmanagement (GLM) errichtet werden.