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Aufruf von OB Steffen Scheller gegen Antisemitismus zum Gedenktag der Reichspogromnacht

Außenaufnahme der Synagoge in Brandenburg an der Havel (Glasnegativ von 1912), die 1938 in der Reichspogromnacht zerstört wurde, Quelle: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel

Anlässlich des 85. Gedenktages der Reichspogromnacht am 9. November 2023 sagt Brandenburgs Oberbürgermeister Steffen Scheller:

Wie wichtig das Gedenken an die Geschichte ist, wie wichtig das Lernen aus der Vergangenheit ist, das zeigt uns das aktuelle Weltgeschehen mit grausamer Deutlichkeit. Der brutale Überfall der Hamas auf die Israelis am 7. Oktober 2023 und die nun täglich eintreffenden neuen schrecklichen Botschaften der Medienkorrespondenten bewegen die Menschen in Brandenburg an der Havel und weltweit.

Leider reagieren manche Menschen auch hierzulande mit religionsfeindlichen Aussagen und aggressivem Verhalten. Und das, obwohl seit dem Ende des 2. Weltkrieges das freie, friedliche, demokratische Miteinander aller Menschen, aller Religionen, zentraler Pfeiler unserer gesellschaftlichen Ordnung ist. Frieden, Freiheit und Gleichheit sollten selbstverständlich sein, sind es aber nicht.

Was am 9. November 1938 geschah, war Ausdruck von staatlichem und gesellschaftlichem Antisemitismus, der sich nie wiederholen darf. Dafür setzen wir uns ein – nicht nur am morgigen Gedenktag, sondern im ganzen Jahr, jedes Jahr aufs Neue.

Die Stadtverwaltung verweist außerdem auf eine Reihe weiterer Veranstaltung und Aktivitäten:

So arbeitet das Stadtmuseum dauerhaft die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Brandenburg an der Havel auf, macht sie sichtbar und vermittelt diese mit Ausstellungen, Veranstaltungen und pädagogischen Angeboten; auch mit der Verlegung von Stolpersteinen für vertriebene und getötete jüdische Brandenburger. Am 10. November 2023 kommen drei neue Stolpersteine für Familie Friesicke am Katharinenkirchplatz dazu.

Neben dem Stadtmuseum beteiligen sich die Gedenkstätten für die Opfer der Euthanasie-Morde und das Zuchthaus Brandenburg-Görden an der Themenwoche „Jüdisches Kaleidoskop Brandenburg“, die in dieser Woche in der Havelstadt und weiteren Städten des Landes stattfindet. Im Rahmen dessen ankert das Kulturschiff MS Goldberg noch bis Sonntag am Salzhofufer und bringt uns jüdische Musik und Kunst näher.

Die freundschaftlichen Beziehungen zur israelischen Stadt Ra’anana werden in Zusammenarbeit mit der Stiftung Begegnungsstätte Schloss Gollwitz und dem Verein Ra’anana e.V. kontinuierlich ausgebaut, wie zum Beispiel die „Tage des deutsch-israelischen Jugendaustausches“ in diesem Juli zeigten.

Kurz nach dem Übergriff der Hamas auf Israel hat Oberbürgermeister Steffen Scheller den Bürgermeistern der israelischen Städte Ra’anana sowie Rischon LeZion Kondolenzschreiben übermittelt, genauso wie der in Rischon LeZion lebenden Brandenburger Ehrenbürgerin Marga Goren-Gotthelf. Die gebürtige Havelstädterin erlebte die Reichspogromnacht selbst in Brandenburg an der Havel. Nun muss sie ein weiteres Mal erleben, wie Jüdinnen und Juden in ihrer Heimat angefeindet, überfallen und getötet werden.

Hintergrund

Morgen jährt sich die Reichspogromnacht zum 85. Mal. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurden in Brandenburg an der Havel – wie in ganz Deutschland – Jüdinnen und Juden verhaftet, misshandelt, verschleppt, jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört, die Synagoge in der Großen Münzenstraße niedergebrannt. Es war einer der Höhepunkte der Verfolgung und Vertreibung jüdischen Lebens aus Deutschland. Kurze Zeit später folgte der nationalsozialistische Völkermord an 6 Millionen Jüdinnen und Juden.

Quelle: Verwaltung

 

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Außenaufnahme der Synagoge in Brandenburg an der Havel (Glasnegativ von 1912), die 1938 in der Reichspogromnacht zerstört wurde, Quelle: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel
Innenaufnahme der Synagoge in der Großen Münzenstraße, Publikation von A. Ackermann, Geschichte der Juden in Brandenburg a. H. von 1908, Quelle: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel

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