Assistenzhunde willkommen!


Labrador Cooper zählt zu den noch wenigen Assistenzhunden in der Stadt Brandenburg an der Havel.

Mehr Teilhabe für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen

In Brandenburg an der Havel werden weitere Barrieren abgebaut, um die Inklusion zu fördern. So sollen Menschen, die auf Assistenzhunde angewiesen sind, wegen ihres Vierbeiners nicht mehr ab- oder zurückgewiesen werden.

Das Marienbad geht mit gutem Beispiel voran, reagierte im Zusammenwirken mit der Behinderten- und Integrationsbeauftragten der Stadt, Katrin Tietz, schnell auf die Anfrage einer jungen Frau, die gerne schwimmen würde, was aus gesundheitlichen Gründen nur in Begleitung eines Assistenzhundes möglich ist. Hunde sind aber laut Haus- und Badeordnung des Marienbads ausgeschlossen. Für Assistenzhunde gilt ab sofort eine Ausnahme, was ein Schild im Eingangsbereich deutlich macht. Gleich neben der durchgestrichen Hundepfote ist nun „Assistenzhund willkommen“ zu lesen. Zwei Plakate im Eingangsbereich klären darüber auf, wie auch die aufgeklärten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwunderten Besucherinnen und Besuchern gern Fragen beantworten.

Assistenzhunde sind vielfältig einsetzbar

Was bei Seheingeschränkten kaum hinterfragt wird, weil Blindenführhunde bereits gängige Helfer sind, bedarf in anderen Fällen oft noch der Aufklärung. Dabei sind Assistenzhunde inzwischen vielfach gefragt und einsetzbar. So unterstützen Mobilitätsassistenzhunde beispielsweise Rollstuhlfahrer beim Öffnen von Türen oder Schubladen oder helfen beim An- und Ausziehen. Gehörlosenhunde können beim Verständigen helfen, Haushaltsgeräusche wie Klopfen, Läuten, Wecker oder Feueralarm anzeigen und den menschlichen Partner zur Geräuschquelle hinleiten. Anzeige- und Warnhunde kommen beispielsweise bei Menschen mit Diabetes zum Einsatz, während Epilepsihunde Epileptiker und deren Umfeld vor einem bevorstehenden epileptischen Anfall warnen können. Kardiowarnhunde können für Menschen mit Herzerkrankungen lebensrettend sein und beispielsweise vor gefährlichen Herzrhythmusstörungen warnen, während sich Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen der PSB-Assistenzhunde bedienen.

Dafür kommen jeweils speziell ausgebildete Hunde zum Einsatz, die der selbstbestimmten Teilhabe des Menschen am gesellschaftlichen Leben oder dem Ausgleich behinderungsbedingter Nachteile dienen. Ihr Zutrittsrecht ist im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und in der Assistenzhundeverordnung (AHundV) geregelt, wozu beispielsweise beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Assistenzhunde – BMAS) zu lesen ist: „Träger öffentlicher Gewalt, Eigentümer, Besitzer und Betreiber von beweglichen und unbeweglichen Anlagen und Einrichtungen dürfen Menschen mit Behinderungen den Zutritt zu ihren, für den allgemeinen Publikums- und Benutzungsverkehr zugänglichen Anlagen und Einrichtungen nicht wegen der Begleitung durch den Assistenzhund verweigern, soweit nicht der Zutritt mit Assistenzhund eine unverhältnismäßige oder unbillige Belastung darstellen würde. Dazu gehören unter anderem die nachfolgenden Einrichtungen: Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Ärzte und Therapie-Kliniken, Gastronomie, Hotels und Ferienwohnungen, Öffentlicher Personennahverkehr, Flug- und Bahnreisen, (Lebensmittel-) Handel und Dienstleistungen…“ Laut Deutscher Gesellschaft für Krankenhaushygiene ist die Mitnahme von Hunden auch in Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen nicht prinzipiell auszuschließen: Bereiche, die Menschen in Straßenkleidung offenstünden, wie Arztpraxen, Therapieräume, offene Pflege- und Krankenstationen, Ambulanzen und Cafeteria, können daher auch Menschen mit Assistenzhunden grundsätzlich betreten.

Kennzeichnung und Ausweis

Für das Zutrittsrecht für Menschen mit Behinderungen in Begleitung ihres Assistenzhundes genügt die Kennzeichnung des Assistenzhundes mit dem Assistenzhund-Logo oder das Vorzeigen des Ausweises über die Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft.

Im Land Brandenburg zählt die Landeshauptstadt Potsdam zu den Assistenzhunde-Vorreitern, und hat bereits Ende 2024 alle kommunalen Einrichtungen mit dem „Assistenzhund Willkommen“-Aufkleber ausgestattet.

In Brandenburg an der Havel hat die Stadtverwaltung 2025 den Anfang gemacht. Nun geht es mit dem Marienbad weiter, denn auch hier wollen wir die unsichtbaren Behinderungen stärker in den Fokus rücken. Wir wollen Menschen, denen Assistenzhunde für ihre seelischen Beeinträchtigungen, Herzfehler oder epileptischen Anfällen zur Seite stehen, mehr Teilhabe ermöglichen und das Umfeld sensibilisieren. Wir hoffen, dass sich viele anschließen und immer mehr Türen Assistenzhundteams offenstehen,

schildert Brandenburgs Behinderten- und Integrationsbeauftragte Katrin Tietz.

„Assistenzhund Willkommen“ ist eine Initiative des Pfotenpiloten e.V. und wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie der Aktion Mensch gefördert.

Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

Behinderten- und Integrationsbeauftragte Katrin Tietz mit Assistenzhund Cooper.
Marienbad-Betriebsleiter Jens Grosser platzierte das „Assistenzhund Willkommen“-Schild im Eingangsbereich.

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