
Um den Schlaf gebracht am Tschirchdamm
Um den Schlaf gebracht am Tschirchdamm pixabay Dienstag, 16.06.2026, 23:42 Uhr und 01:30 Uhr Um die nächtliche Ruhe gebracht wurde ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses, weil
Die denkmalgeschützte Plauer Brücke ist wieder nutzbar! Am Nachmittag des 30. März 2026 erfolgte die Übergabe der sanierten Brücke und die offizielle Verkehrsfreigabe als Fuß- und Radwegeverbindung.
An der feierlichen Eröffnung nahmen unter anderem Kulturministerin Dr. Manja Schüle, Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg, Plaues Ortsvorsteher Udo Geiseler, Mitstreiter der Bürgerinitiative „Alte Plauer Brücke“ und des Unabhängigen Bürgerverein Plaue e. V. teil – sowie viele Interessierte.
„Dank des Engagements vieler Unterstützer und Entscheidungsträger ist es gelungen, dieses bedeutende Bauwerk nicht nur zu erhalten, sondern in neuer Qualität für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen,“
freute sich und lobte zugleich Oberbürgermeister Daniel Keip. Weiter sagte er:
„Die Plauer Brücke ist ein herausragendes Bauwerk von großer architektonischer und kunsthistorischer Bedeutung. Mit der Sanierung wurde nicht nur ein bedeutendes Denkmal bewahrt, sondern es kann zugleich eine wichtige Lücke im Havelradweg geschlossen werden. Die Brücke ermöglicht nun wieder für Fußgänger und Radfahrer den direkten Weg ins Plauer Stadtzentrum sowie in die Stadt Brandenburg an der Havel. Auch eindrucksvolle Blickbeziehungen zum Plauer Schloss, über den Plauer See sowie zur markanten Silhouette von Kirchmöser werden nun wieder erlebbar und damit wird die Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen, Bürger und Gäste gleichermaßen gesteigert.“
Kulturministerin Dr. Manja Schüle:
„Diese Brücke ist mehr als ein Bauwerk – sie verbindet nicht nur Ufer, sondern auch Menschen und Geschichte. Und das schon seit Jahrhunderten, wenn auch in wechselnder Form. Schon Theodor Fontane hielt die Schönheit dieses Ortes in seinem Notizbuch fest. Heute können wir wieder auf seinen Spuren wandeln. Nicht allein dank der Ingenieure und Handwerkerinnen, sondern auch dank vieler Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler. Ohne den Bürgerverein Plaue, der sich seit Jahren mit viel Leidenschaft und Hartnäckigkeit für die Brücke einsetzt, Spenden sammelt und Geländer restaurieren lässt, wäre das nicht möglich gewesen. Das ist gelebter Denkmalschutz – herzlichen Dank für dieses außerordentliche Engagement, dass wir sehr gerne mit Mitteln des Kulturministeriums unterstützt haben.“
In den Jahren 2024 und 2025 steuerte das Kulturministerium 35.000 Euro aus der Denkmalhilfe sowie aus Lottomitteln zur Sanierung bei.
Ortsvorsteher Udo Geiseler wiederholte begeistert:
„Wir haben es geschafft!“
Und er freute sich, dass die Brücken-Freigabe noch zum Ende des ersten Quartals 2026 gelungen ist und somit voraussichtlich viele Osterspaziergänge über die ertüchtige Plauer Brücke führen werden.
In jedem Fall wird auch das nächste „Brücken-Picknick“, das zu den seit 2002 initiierten Ideen der Brückenfreunde auf dem Weg der Brückenrettung zählt, auf der Brücke stattfinden – und zwar am 3. Mai von 14:00 bis 17:00 Uhr.
Die am 15. Oktober 1904 erstmals in Dienst gestellte Brücke ist ein seltenes Beispiel einer genieteten Stahlfachwerkbrücke aus der Jugendstilzeit. Sie hat eine Länge von 130 Metern und eine Breite von 10,70 Metern. Die Havel überspannt sie mit drei Öffnungen von je 42,40 Metern Stützweite zwischen Doppelstrompfeilern. Verkehrsgeschichtlich hatte die Brücke als Teil der Straßenverbindung zwischen Magdeburg und Berlin und somit der Stadt Brandenburg an der Havel große Bedeutung. 2002 wurde sie außer Dienst gestellt, als der Verkehr über den 360 Meter nördlich gelegenen Neubau – im Zuge der neuen Ortsumgehung Plaue – die Havel passieren konnte. Die denkmalgeschützte Stahlfachwerkbrücke musste schließlich wegen starker Korrosion in Gänze gesperrt werden.
2019 wurde mit der Sanierung begonnen. Allein die Rettung des Tragwerks hat 2,8 Millionen Euro gekostet, wovon die Stadt – dank 2,6 Millionen Euro Förderung – 200.000 Euro zu tragen hatte. Weitere 1,1 Million Euro waren für den im November 2025 begonnenen letzten Bauabschnitt aufzubringen, wozu Bund und Land 724.500 Euro als Fördermittel beitragen. So konnte der Rostschutz am Tragwerk vollendet sowie die Geh- und Fahrbahn – circa 780 Quadratmeter – erneuert werden. Die besteht nun aus langlebigen glasfaserverstärkten Kunststoffplatten, eingerahmt von beidseitig innenliegenden Geländern als Absturzsicherung, denn die ursprünglichen Fußwege entlang der Brückenseiten werden nicht ertüchtigt. Sehr wohl aber soll das äußere Jugendstilgeländer die Brücke komplettieren – 60 Geländerteile sind dafür zu sanieren, wovon zehn bereits das Denkmal zieren.
„Dieser nur durch Spenden zu finanzierenden Mammutaufgabe stellen sich federführend der Unabhängige Bürgerverein Plaue e.V. und die Bürgerinitiative Alte Plauer Brücke, unterstützt von der Metallbau Windeck GmbH. Für dieses Engagement kann man allen Beteiligten nur herzlich danken,
so Oberbürgermeister Daniel Keip.“
Für die fachgerechte Sanierung werden pro Geländersegment etwa 8.000 Euro benötigt.
Jede Spende ist willkommen – egal ob für eine Strebe oder ein ganzes Geländerteil: „Gemeinsam Brücke schmieden“ Gemeinsam Brücke schmieden – Plaue an der Havel lautet das Motto für engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Unternehmen.
Spendenkonto
Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam
Empfänger: Unabhängiger Bürgerverein Plaue e.V.
IBAN: DE86 1605 0000 1000 6685 64
BIC: WELADED1PMB
Kennwort: Plauer Brücke
Es können Spendenquittungen ausgestellt werden.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

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