Den Geheimnissen der Grabplatten auf der Spur – am 04.02.26 im Dom


Foto Stephanie Schüler

Studierende der TU Berlin präsentieren am Dienstag, dem 4. Februar 2026, um 10.30 Uhr
bei einem Rundgang die Ergebnisse ihrer Erforschung der Grabplatten im Brandenburger
Dom.
Heute fast schon ein Tabuthema, in früheren Zeiten allgegenwärtig und von zentraler
Bedeutung: der Tod. Seit frühchristlicher Zeit ist der Glaube an die Wiederauferstehung nach dem Ableben integraler Bestandteil der kirchlichen Lehre. Es galt, sich bereits zu Lebzeiten auf das Jenseits vorzubereiten.

Der Dom St. Peter und Paul zu Brandenburg bewahrt eine Vielzahl von ausdrucksstarken
Grabmälern und Grabplatten – also den ursprünglichen Deckeln, welche die im Boden des
Kirchenraums eingelassenen Grabgewölbe nach oben hin verschlossen. Im Zuge
verändernder Maßnahmen am Bau wurden diese Grabplatten, wie vielerorts üblich, im 19.
Jahrhundert entfernt und andernorts vertikal an den Wänden aufgestellt. Im Dom kann man den Verstorbenen somit heute „auf Augenhöhe“ begegnen.

Seit Oktober 2025 haben sich Studierende des Instituts für Kunstwissenschaft und
Historische Urbanistik an der Technischen Universität Berlin unter der Leitung von Stephanie Schüler mit ausgewählten Grabmälern im Brandenburger Dom beschäftigt. Im Rahmen eines Projektseminares haben sie sich den steinernen Platten gewidmet, die die Verstorbenen zumeist als lebensgroße Figuren, umringt von Wappen, Inschriften, Architekturelementen oder anderen Details, wiedergeben.

Die jeweilige Darstellungsweise verrät viel über den sozialen Status, Beruf, die zu Lebzeiten erworbenen Errungenschaften oder gar über die Charakterzüge der Dargestellten. Die Studierenden haben eine Bestandsaufnahme eines Teils der im Dom befindlichen Grabplatten erarbeitet und sich vertiefend mit den Biografien der Verstorbenen, den inschriftlichen Beigaben, der Kleidung oder ikonografischen Besonderheiten dieser Kunstwerke beschäftigt sowie zu (lokalen) Bestattungs- und Gedächtnistraditionen und den damit verbundenen liturgischen Prozessen recherchiert. Begleitet wurde das Projektseminar von Stefanie Krüger, Mitarbeiterin Dommuseum, und Domstiftsarchivarin Konstanze Borowski.

Di 04.02.2026 | 10.30 Uhr | Dom St. Peter und Paul, Burghof, 14776 Brandenburg an der
Havel

Eintritt frei

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