Schlaglöcher auf Bundes- und Landesstraßen treten insbesondere in den Wintermonaten verstärkt auf. Die bislang vorherrschenden frostigen Tage und Nächte mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wirken sich spürbar auf den Zustand der Fahrbahnen aus und führen vor allem auf älteren, nicht grundhaft sanierten Straßen zu neuen Schäden. Der Landesbetrieb Straßenwesen arbeitet derzeit intensiv an deren Beseitigung.
„Die Kombination aus Frost, Feuchtigkeit und Verkehr setzt unseren Straßen jedes Jahr im Winter besonders zu. Unser Fokus liegt darauf, akute Gefahrenstellen schnell zu entschärfen und die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten, auch wenn nicht alle Schäden sofort dauerhaft behoben werden können“, sagt Mike Koehler, Vorsitzender des Vorstands des Landesbetriebs Straßenwesen.
Witterungslage: Frost dominiert bislang
In den vergangenen Wochen lagen die Temperaturen in Brandenburg überwiegend im Bereich um den Gefrierpunkt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden tagsüber häufig Werte um null Grad Celsius erreicht, während die Nächte von teils deutlich unter null liegenden Temperaturen geprägt waren. Auch für die kommende Woche sind weiterhin überwiegend winterliche Bedingungen mit Frost vorhergesagt.
Diese anhaltend kalten Verhältnisse mit mehrfachen Frost-Tau-Wechseln begünstigen das Entstehen von Schlaglöchern maßgeblich.
Warum Schlaglöcher entstehen
Schlaglöcher sind das Ergebnis fortschreitender Abnutzung und winterlicher Witterungseinflüsse. In vorhandene Risse und Fugen der Asphaltdecke dringt Wasser ein. Gefriert diese Feuchtigkeit, dehnt sie sich aus und sprengt den Asphalt von innen auf. Wiederholte Frost-Tau-Wechsel verstärken diesen Prozess. Besonders anfällig sind stark befahrene Straßen sowie Übergangsbereiche, etwa an Brücken oder Fahrbahnübergängen.
Kontrolle und Bewertung der Schäden
Die 33 Straßenmeistereien des Landesbetriebs Straßenwesen kontrollieren die Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg mindestens einmal wöchentlich. Abhängig von Wetterlage, Verkehrsbelastung und bekannten Schadstellen erfolgen zusätzliche Kontrollfahrten. Festgestellte Schäden werden dokumentiert und fachlich bewertet. Maßgeblich für die Priorisierung sind die Verkehrssicherheit, das Verkehrsaufkommen, die Lage des Schadens sowie die aktuelle Einsatz- und Personalsituation.
Reparaturen auch im laufenden Winter
Schlaglöcher werden zur Gefahrenabwehr zeitnah beseitigt. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:
- Provisorische Reparaturen:
Kleinere Schlaglöcher werden im Winter häufig mit Kaltmischgut oder Reparaturasphalt geschlossen. Diese Methode ist auch bei niedrigen Temperaturen möglich und dient dazu, akute Gefahrenstellen kurzfristig zu entschärfen. Ist eine kurzfristige Reparatur des Schadens nicht möglich, werden bei Bedarf Gefahrenzeichen aufgestellt, um Verkehrsteilnehmende auf Fahrbahnschäden hinzuweisen.
- Dauerhafte Instandsetzungen:
Größere Schäden oder Schadstellen in sensiblen Bereichen werden mit Heiß- oder Gussasphalt repariert. Diese Arbeiten sind witterungsabhängig und können in der Regel erst bei geeigneten Temperaturen durchgeführt werden. Für solche Maßnahmen werden teilweise spezialisierte Fachfirmen eingesetzt. Je nach Witterung starten diese ihren Betrieb meist erst im März. Voraussetzung ist zudem die Verfügbarkeit von Heißmischgut aus den Asphaltmischwerken, die ihren regulären Betrieb je nach Witterung meist erst im Frühjahr, häufig ab März, aufnehmen.
Welche Reparaturart gewählt wird, hängt von der Schadensgröße, der Lage, den aktuellen Wetterbedingungen sowie den verfügbaren personellen und technischen Kapazitäten ab.
Aktuelle Einordnung
Solange die winterliche Witterung anhält, ist weiterhin mit neuen Schlaglöchern zu rechnen. Frost, Feuchtigkeit und Verkehr wirken gleichzeitig auf die Fahrbahnen ein. Die Straßenmeistereien richten ihre Einsatzplanung entsprechend aus, um Gefahrenstellen schnell zu sichern und die Befahrbarkeit der Straßen aufrechtzuerhalten.
Der Landesbetrieb bittet um Verständnis, dass Schäden nicht überall gleichzeitig behoben werden können. Hinweise zu Straßenschäden werden geprüft und in die laufende Priorisierung der Instandsetzungsarbeiten einbezogen.
Quelle: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg