Stahl-Frauen gegen Babelsberg 74 - Genickschlag in der Nachspielzeit


In der Frauen-Landesliga empfing am Sonntag die BSG Stahl Brandenburg den Tabellenzweiten FSV Babelsberg 74. Für die Gäste war diese Partie von größerer Bedeutung, sie liegen mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus Brieselang immer noch in Schlagweite, durften sich keinen Ausrutscher erlauben. Für die Stahl-Frauen war es eher ein Vorbereitungsspiel auf das Halbfinale, was beide Teams in drei Wochen, ebenfalls im Stadion am Quenz austragen.

Bis über weite Strecken der ersten Hälfte boten beide Reihen eher zähe Fußballkost. Die Gäste versuchten es mit langen Bällen in die gegnerische Hälfte, was die Gastgeberinnen nachahmten. Ein richtiger Spielfluss kam so nicht auf. Als in der 37. Minute Livia Bauer verletzungsbedingt vom Platz musste, machte sich dies negativ in der Stahl-Abwehr bemerkbar. Die Babelsbergerinnen verzeichneten nun einige gute Abschlüsse, in der Stahl-Torfrau Celina Pflanz ihr ganzes Können aufbieten musste. Mit ein wenig Dusel retteten die Gastgeberinnen das 0:0 in die Kabinen.

Die zweite Hälfte wartete mit mehr sportlichem Niveau auf. In der 48. Minute setzte sich Vanessa Bürger auf der linken Seite durch, ihren Schuss aus spitzem Winkel konnte die FSV-Keeperin Nina Haeberlin gerade noch im Nachfassen parieren. Nach einer Stunde hatten die Gäste eine Riesenchance durch Alena Fennel, die freistehend aus 14 Meter über die Latte zielte. Es war eine der wenigen Momente, wo die Stahl-Defensive nicht gut aussah, ansonsten stemmte sie sich mit Bravour und Einsatzwillen gegen die spielerisch besseren Babelsbergerinnen. Allen voran Nathalie Säger die vor und im eigenen Strafraum rigoros dazwischen ging. Sie war der „Turm in der Schlacht“.

Doch wenn die Stahlspielerinnen die Chance zum Angriff sahen, nutzten sie diese auch. In der 72. Minute wurde prima Marlen Sommerlatte im rechten Strafraum eingesetzt. Zunächst scheiterte sie an Haeberlin, den Abpraller setzte Sommerlatte aus spitzem Winkel an die Latte. Fast im Gegenzug scheiterte Jenny Leonie Löwe ebenfalls am Querbalken. Im Gegensatz zum ersten Durchgang war es nun eine kurzweilige Partie. Auch die Eckstöße beider Reihen hatten es in sich, auch wenn die Bälle nicht in Richtung Tor kamen.

In der 87. Minute bediente im Angriff Säger von links Sommerlatte an der Sechzehnermarkierung, sie nahm den Ball an, ließ eine Gegenspielerin stehen und scheiterte an Haeberlin. Ob sich der Favorit von diesem Schlag erholt hätte, ist im Endeffekt müßig. Aber eines muss man den Gästen lassen, sie ließen nie nach in ihren Bemühungen zum Sieg zu kommen. Und in der Nachspielzeit belohnten sie sich, wenn auch glücklich. Eine Rechtsflanke köpfte Denise Simon aus zehn Metern unter die Latte ins Tor (90.+2). Viel unglücklicher kann man nicht verlieren.

Der Sieg der FSV-Damen geht in Ordnung, da sie eine ihrer Chancen auch nutzte, sie hätten sich aber auch nicht über ein Unentschieden beschweren können. Die Stahl-Frauen nahmen diese Niederlage sportlich, sagten im Hinblick auf das Halbfinale am 12. April, dass die Generalprobe schließlich misslingen muss. Doch misslungen war sie prinzipiell nicht, nur das Ergebnis stimmte nicht. Mit dieser Leistung können sie optimistisch in das Pokalspiel gehen. Gegenüber dem 4:0-Erfolg über Beelitz in der Vorwoche war diese Partie ein Fortschritt. Der Stahl-Elf kam entgegen, dass sie nicht das Spiel allein machen musste, wie in den meisten anderen Begegnungen, sondern auch einmal auf Fehler des Kontrahenten warten zu können.

Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.

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