Führung von Blinden und Menschen mit Einschränkungen auf der Landesgartenschau in Beelitz

Fühlen, was man sonst nur hört

 

Für Blinde und Sehbehinderte gibt es spezielle Geländepläne. Gruppe vom Sozialwerk Potsdam ist begeistert von Führung über das Gartenschaugelände

 

Doris Dittmann ist nach dem Rundgang über das Gartenschaugelände begeistert: „Überall in Fernsehen und Radio hört man derzeit von Blumen. Aber hier kann ich sie riechen, fühlen und mir besser vorstellen“, sagt die Seniorin. Sie ist eine von 30 Mitgliedern einer Gruppe Blinder und Sehbehinderter des Sozialwerkes Potsdam, die in dieser Woche von den LAGA-Gästeführern über das Gelände geleitet wurde.

 

„Menschen mit Sehbehinderungen sind von Gegenständen getrennt. Durch meine Beschreibung bringe ich sie aber näher heran“, erklärt Gästeführer Uwe
Scheddin. Beim 90-minütigen gebuchten Rundgang über das Gartenschaugelände erklärt er der Gruppe etwa, warum es im Feuchtbiotop
auf einmal sumpfig riecht, und dass das Plätschern am Mühlenteich von der mehrere Meter hohen Fontäne in dessen Mitte stammt.

 

Die Landesgartenschau ist hervorragend auf Gäste mit körperlichen
Einschränkungen eingestellt, findet Reinhard König, Geschäftsführer des
Sozialwerkes Potsdam. So ist ein Großteil der Wege mit Asphalt und einer
Quarzsandschicht versehen, sodass diese eben sind und keine plötzlichen
Vertiefungen den Weg erschweren. „Besonders gut ist auch, dass direkt
am Eingang die Lagepläne in Brailleschrift ausgegeben werden“, sagt König. Dabei handelt es sich um Hefte mit dem Lageplan und Erklärungen zu den einzelnen Stationen. Sie sind mit einer Schicht durchsichtigem Plastik überzogen, in die die Brailleschrift eingearbeitet ist. Nur durch Fühlen der kleinen Hubbel erkennen die Benutzer daher, was sich wo auf dem Gelände befindet.

 

Die Gruppe des Sozialwerkes macht seit Jahren gemeinsame Ausflüge. Wer wie Doris Dittmann über keine Sehkraft mehr verfügt, wird dabei von einem
Begleiter des Sozialwerkes geführt. Während der Gästeführer über den
großen Spielplatz erzählt, wird sie von ihrem Begleiter an ein Klettergerüst aus Robinienholz in Spargelform und Tauen geleitet und kann die natürlichen Oberflächen spüren. Auch die Zitrusfrüchte im Mühlenhof können die Teilnehmer am Baum vorsichtig ertasten und riechen.

 

„Es freut uns, zu hören, dass das Gartenschaugelände auch von Menschen mit
körperlichen Einschränkungen so gelobt wird wie von der Gruppe des
Sozialwerkes Potsdam. Wir haben bei der Gestaltung bereits darauf geachtet, Barrieren so weit wie möglich zu vermeiden. Durch besondere Hilfen wie den Geländeplan in Brailleschrift wollen wir es noch mehr Menschen ermöglichen, die Landesgartenschau zu genießen“, so Geschäftsführerin Marina Ringel.

 

Auch für Menschen mit anderen Einschränkungen gibt es am Haupteingang in der Treuenbrietzener Straße 21 Hilfsmittel: Rollatoren, Rollstühle und
Elektro-Rollstühle können hier unter Abgabe einer Kaution ausgeliehen
werden. Anmelden können sich Gäste dafür unter Tel.: (033204) 391299
oder über ein Formular auf der Internetseite der Landesgartenschau unter
laga-beelitz.de/barrierefreiheit-auf-der-laga/. Hier gibt es auch einen Geländeplan für Menschen mit Einschränkungen, auf dem Hinweise etwa zur
Wegebeschaffenheit und zu Steigungen verzeichnet sind.

Foto und Text: LAGA Beelitz gGmbH

 

 

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