BSW-Fraktion - Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2026/2027 bis 2030/2031: Große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit


BSW-Fraktion in der SVV Brandenburg an der Havel

Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2026/2027 bis 2030/2031: Große Diskrepanz
zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Mit einem Jahr Verspätung, begründet mit Personalausfällen, liegt den Stadtverordneten
nun die zweigeteilte Beschlussvorlage „Integrierter Kita-und Schulentwicklungsplan der Stadt Brandenburg an der Havel 2026/2027 bis 2030/2031“ zur Diskussion und Beschlussfassung vor. Der Teil 2 (Beschlussvorlage 091/2026) beinhaltet den Schulentwicklungsplan (SEP).

Andreas Kutsche, Co-Vorsitzender der BSW-Fraktion in der SVV Brandenburg an der Havel und Landtagsabgeordneter für das BSW, kommentiert den Teil 2 des SEP: „Wir sehen in diesem Plan eine große Diskrepanz zwischen Anspruch an und Wirklichkeit innerhalb der Bildungslandschaft unserer Stadt. Das vorgelegte Zahlenmaterial zur demografischen Entwicklung ist eindeutig, die Prognosen weisen rückläufige Schülerzahlen aus. (SEP S.27). Wir müssen also den Bedarf realistisch einschätzen und uns die Frage erlauben, ´Braucht die Stadt tatsächlich ein Großprojekt wie den Bildungscampus am Wiesenweg, der im SEP sehr dominant immer wieder auftaucht, vor diesem Hintergrund noch um jeden Preis?` Die Stadt sollte keine finanziellen Risiken eingehen und in einem Bauvorhaben Mittel binden, die den Haushalt über Jahre belasten, sondern Investitionen dem tatsächlichen Bedarf anpassen und die Sanierung und die weitere Ausstattung der Bestandsschulen prioritär behandeln.“

Heidi Hauffe, Co-Vorsitzende der BSW-Fraktion in der SVV Brandenburg an der Havel und ehemalige Lehrerin, ergänzt: „Eine flexible, dezentrale Schulstruktur kann auf
demografische Veränderungen besser und schneller reagieren als ein zentralisierter Campus. Deshalb steht für uns auch fest, dass eine Gesamtschule pädagogisch sinnvoll und finanziell verantwortbar ist. Auch in Brandenburg an der Havel. Analog dem Vorgehen in Premnitz (SEP S.77/78) sieht unsere Fraktion auch für Brandenburg an der Havel die Möglichkeit, eine Bestandsoberschule in eine Gesamtschule umzuwandeln.

Verwaltungsseitig wird in der Beschlussvorlage betont, dass im aktuellen Planungszeitraum die Einrichtung einer Gesamtschule nicht angestrebt wird (SEP S.48). Die Vorlage nennt allerdings keine belastbaren Prognosen, die eine Gefährdung einzelner Schulstandorte belegen. Auch die Eltern-, Schüler-und Lehrersicht zum Thema Gesamtschule in unserer Stadt ist nicht berücksichtigt. Ist sie der Verwaltung überhaupt bekannt? Womöglich wäre unter anderem eine Umfrage ein probates Mittel, um die Meinung der Brandenburger zu erfahren?“

„Wir meinen, eine Gesamtschule stabilisiert das Schulnetz, weil sie mehrere Bildungsgänge vereint und damit demografische Schwankungen besser abfedert. Eine Gesamtschule würde das Angebot erweitern, nicht verengen. Die Vorteile -Durchlässigkeit, Chancengleichheit, individuelle Förderung –werden in der Vorlage leider ebenso ausgeblendet. Die BSW-Fraktion fordert eine ehrliche, faktenbasierte und sozial verantwortliche Neubewertung des ´Leuchtturmprojekts Bildungscampus´. Lassen Sie uns gemeinsam Bildung in der Stadt neu denken und die Bildungslandschaft mit einer Gesamtschule komplettieren“, fügt Hauffe abschließend hinzu.

Quelle: BSW-Fraktion in der SVV Brandenburg an der Havel

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