Es ist keine Schande beim MSV Neuruppin zu verlieren, dass wird noch etlichen anderen Teams in dieser Saison passieren. Doch bei dem 1:2 an diesem Sonnabend sind die 1. Männer der BSG Stahl Brandenburg nicht an einer Übermannschaft gescheitert, sondern an eigenen Unzulänglichkeiten. Das betrifft die Abwehr wie auch die Offensive.
Die erste nennenswerte Szene führte auch gleich zum 1:0 für die Gastgeber. Nach einem gut getretenen Eckball stand Plinio Dos Santos frei am hinteren Pfosten und köpfte zur Führung ein. Kein Grund für die Brandenburger die Köpfe hängen zu lassen, sie machten sich umgehend auf die Aufholjagd. Ben Dayan Bleiß (11.) scheiterte nach guter Vorarbeit von Adrian Jaskola aus spitzem Winkel an Torhüter Marco Melentijevic, wie auch kurz darauf Lamin Jatta. Nach einer Viertelstunde versuchte es Erik Sauer aus der Distanz, verfehlte aber sein Ziel um ein paar Meter.
Sauer stand auch in der 21. Minute im Fokus. Er foulte Filipe da Silva Felix, der revanchierte sich mit einem Schlag in die Bauchgegend. Der nicht immer sicher wirkende Schiedsrichter zeigte beiden Akteuren die Gelbe Karte, was bei den Brandenburgern auf Unverständnis stieß. Es war zwar eine hart geführte Partie, die aber selten so unfair geführt wurde. Beide Reihen zeigten halt Männerfußball, mit allen Konsequenzen.
In der 36. Minute gab es die nächste Chance für die Platzherren. Kevin Moreira Godinhos Schuss aus spitzem Winkel strich haarscharf am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf gaben die Gäste mal wieder ein Lebenszeichen von sich. Nach einem Konter kam Jatta zum Abschluss, doch das war viel zu harmlos. Das war an diesem Tag ein großes Problem. Im letzten Drittel fehlte der Stahl-Elf das druckvolle Spiel. Selbst in aussichtsreichen Situationen wurde der Ball noch einmal quergelegt, die Chance dadurch entschärft. Zudem hemmten unnötige Fehlpässe die Offensive.
Das andere Problem war das naive Abwehrverhalten. So wie in der 4. Minute der Nachspielzeit. Es waren noch 30 Sekunden bis zur Pause, und die Gäste vertändelten den Ball im Mittelfeld. Der Gegner wurde nicht entschieden angegriffen, so musste Elias Große Kopf und Kragen riskieren und seinen Gegenspieler knapp vor dem Strafraum foulen. Wieder kam der ruhende Ball auf den langen Pfosten, wo ihn Andrii Zaporoschenko zum 2:0 über die Linie beförderte. Ein völlig unnötiges Gegentor zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Aber noch waren 45 Minuten Zeit dieses Ergebnis zu revidieren und die Brandenburger starteten engagiert in die zweite Hälfte. In der 55. Minute kam Sauer über die linke Seite, seine Flanke köpfte Paul Kämmerer in Richtung Tor, wo Philip Einsiedel zum 1:2 vollendete. Die Gäste blieben dran, hatten nun wesentlich mehr Ballbesitz, machten aber zu wenig daraus. Nach einer Stunde wurde zunächst der Schuss von Jatta geblockt, dann der von Bleiß. Kurz darauf zog Timm Renner aus 18 Metern ab, allerdings zu harmlos. Pech hatte auch Jaskola (65.), der nach einem Eckball zum Abschluss kam, doch wie so häufig kam noch ein Neuruppiner Bein dazwischen.
Man spürte die Entschlossenheit der Stahl-Spieler, die auch die Kraft hatten, weiter ein hohes Tempo zu gehen. Da sie nun mehr ins Risiko gingen, ergaben sich natürlich Möglichkeiten für die Gastgeber. In der 71. Minute riskierte Schlussmann Felix Baitz bei einem Konter Kopf und Kragen, um einen weiteren Einschlag zu verhindern. Kurz darauf unterbanden seine Vorderleute einen guten MSV-Angriff. In der 90. Minute verhinderte Baitz ganz stark im eins-gegen-eins die endgültige Entscheidung.
Aber auch die Stahl-Elf hatte in der Schlussphase Gelegenheiten wenigstens den einen Punkt mitzunehmen. Der eingewechselte Benjamin Nwatu stand in der 87. Minute frei vor dem MSV-Kasten jagte das Leder jedoch hoch in den Neuruppiner Himmel. Doch die beste Chance zum Ausgleich hatten die Gäste weit in der Nachspielzeit. Renner lief in den Strafraum hinein, doch anstatt abzuschließen, versuchte er einen Querpass, der an „Freund und Feind“ vorbei ging.
Unmittelbar darauf pfiff der Unparteiische ab und die Stahl-Elf trat die lange Rückfahrt mit einer unnötigen Niederlage an. Nicht das spielerisch bessere Team hatte gewonnen, aber das effektivere.
Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.