Stahl Sieg gegen Mierdorf - Den Bock umgestoßen


„Der erste Dreier ist immer der schwerste“, meinte Stahl-Trainer Robert Pocrnic nach dem Abpfiff des Heimspiels seiner Mannschaft gegen den SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen 1912. Doch der 3:1- Erfolg war mehr als verdient und gut herausgespielt, wenn da nur nicht die kurze Schwächephase zum Ende der Partie gewesen wäre. Da hätten die Gäste mit etwas mehr Glück, den Ausgleich erzielen können. Eigentlich hätten sie aber nie in diese Lage kommen dürfen, da zu diesem Zeitpunkt der Deckel schon längst hätte drauf sein müssen.

Die Gastgeber begannen mit einer enormen Spielfreude, attackierte den Gegner früh, der sich häufig genötigt sah den Ball einfach nur herauszuschlagen. Offensivaktionen blieben im ersten Abschnitt Mangelware, dennoch hatten die Miersdorfer ihre Chancen. Bei der ersten unterlief Stahl-Schlussmann Martin Titze einen weiten Einwurf, seine Vorderleuten retteten jedoch vor der Linie (6.). Nach einer halben Stunde musste Titze bei einem Eintracht-Konter aus seinen Kasten eilen, der Schuss ging jedoch über die Latte.

Ansonsten spielte sich das Geschehen in der Hälfte des Tabellenvorletzten ab. Die Bälle kamen immer wieder über die Außen in den SC-Strafraum auf Paul Kämmerer oder Ben Dayan Bleiß, die für viel Unruhe sorgten. Es war aber auch schwer bei der vielbeinigen Abwehr den Ball auf das gegnerische Tor zu bekommen, immer wieder war ein Verteidigerbein dazwischen, wie in der 9. Minute nach einem Schuss von Adrian Jaskola. Mitte der ersten Hälfte verebbte ein wenig der Vorwärtsdrang, so als würde sich die Stahl-Elf für die Schlussoffensive sammeln.

Zehn Minuten vor der Pause häuften sich ihre Möglichkeiten. In der 36. Minute bediente Max-Bennet Säger seinen Teamkollegen Philip Einsiedel, der fand seinen Meister in Torhüter Manuel Mücke. Nur 60 Sekunden später scheiterte Elias Große mit einem Schuss aus 18 Metern ebenfalls an Mücke. Die Führung lag in der Luft und war kurz darauf fällig. Einen flachen Eckball von Große ließ Jaskola durch, den Schuss von Marvin Gründler lenkte Mücke zur Seite ab, vor die Füße von Bleiß, der den Ball unter das Tordach jagte.

Das 1:0 war verdient, geriet aber kurz vor der Halbzeit in Gefahr. Plötzlich tauchten die Miersdorfer rechts im Stahl-Sechzehner auf, Titze kam heraus, der Heber über ihn wurde gerade noch vor der Linie geklärt. In der Nachspielzeit hatten die Platzherren noch eine sehr gute Gelegenheit. Timm Renner stürmte in die gegnerische Hälfte, spielte kurz vor dem Strafraum Doppelpass mit Bleiß, doch der Schuss von Renner strich um Zentimeter am langen Pfosten vorbei.

Mit der gleichen Energie starteten die Brandenburger in die zweite Hälfte. Sie wollten nachlegen und standen unmittelbar nach dem Wiederanpfiff kurz davor. Eine schöne Kombination über Säger zu Jatta landete bei Kämmerer, der um Zentimeter verzog. In der 58. Minute versuchte es Jatta zu genau, sein Versuch endete am rechten Pfosten. Wenig später strich der Schuss von Säger knapp am Ziel vorbei. Dann hatten die gerade eingewechselten Banjamin Nwatu und Dominic Kanyi in der 64. Minute ihren ersten guten Auftritt, doch Kanyi konnte die Vorlage Nwatus nicht nutzen.

Es war nun richtiger „Einbahnstraßenfußball“, die Eintracht musste sich vollends auf die Defensive konzentrieren, erlebte dennoch einen Schreckmoment nach dem anderen. In der 69. Minute war es dann so weit. Bleiß sprintete in einen Querpass, 20 Meter vor dem Gästestrafraum, lief auf Mücke zu, und verwandelte eiskalt zum 2:0. Die Erleichterung darüber war wohl so groß, dass die Gastgeber nun für kurze Zeit das Fußballspielen einstellten. Die Gäste nahmen die Einladung an und starteten ihre Offensive. Innerhalb kürzester Zeit brannte es mehrmals lichterloh im Stahl-Sechzehner. Einmal wurde Titze (73.) hart angegangen, der Schiedsrichter ließ dennoch weiterlaufen, der Ball ging aber
über das Tor, dann konnte Jaskola (74.) gerade noch klären. In der 75. Minute traf die Eintracht aber nach einer Ecke zum 1:2, weil die Zuordnung der Brandenburger nicht stimmte.

Kurz darauf mussten die Stahl-Fans tief durchatmen, als die Miersdorfer einen starken Konter fuhren, doch beim Abschluss nicht präzise genug waren. So schnell die Schwächephase gekommen war, so rasch ging sie auch wieder vorüber. In der restlichen Spielzeit orientierte sich die Partie wieder in Richtung Eintracht-Tor, die Gastgeber näherten sich dem dritten Treffer an. In der 87. Minute kam dann die Erlösung. Nach einer guten Kombination hatte Nwatu im Sechzehner schon die Abschlussmöglichkeit, legte aber zurück für Kanyi, der aus zehn Metern flach ins rechte untere Eck traf. Mit dem 3:1 war die Entscheidung gefallen, die Hoffnung bei den Gästen verschwunden.

Nach dem Abpfiff große Freude bei den Stahl-Spielern über den ersten Saisonsieg in der
Brandenburgliga. Trotz der langen Verletztenliste war es ein Auftritt wie aus einem Guss. Einziges Manko war die Chancenverwertung, die es der Eintracht erlaubte für kurze Zeit Hoffnung zu schöpfen. Dass sah Trainer Pocrnic genauso, lobte aber seine Mannschaft: „Es war schwierig für uns. Letzte Woche hat man eine ordentliche Leistung abgeliefert, aber keine Punkte geholt. Nach zwei Spieltagen mit nur einem Zähler auf dem Konto, geht man normalerwiese nicht mit breiter Brust in ein Spiel. Doch die Spieler waren von der ersten Sekunde an da. Abgesehen von der kurzen Schwächephase haben wir den Gegner komplett beherrscht.“

Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.

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