Mit einer Feierstunde im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses wurde das 30-jährige Bestehen des SOS-Kinderdorfs Brandenburg am Johannisburger Anger 2 gewürdigt. Zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft sowie langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter nahmen an der Jubiläumsveranstaltung teil.
Oberbürgermeister Daniel Keip hob in seinem Grußwort die besondere Bedeutung der Einrichtung für die Stadt hervor.
„30 Jahre – das bedeutet drei Jahrzehnte voller Engagement, Fürsorge und Menschlichkeit,“
erklärte er. Das SOS-Kinderdorf habe in dieser Zeit vielen Kindern und Jugendlichen Geborgenheit, Stabilität und neue Perspektiven gegeben.
Zugleich erinnerte der Oberbürgermeister an die Anfänge des Projekts und würdigte die Menschen, die dessen Entstehung ermöglicht haben. Besonders dankte er dem Ehrenbürger Horst Flakowski für seine finanzielle Unterstützung sowie der damaligen Bürgermeisterin Dr. Margrit Spielmann für ihr persönliches Engagement. Beide hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass das SOS-Kinderdorf zu einem festen Bestandteil der Stadtgesellschaft geworden sei.
Insbesondere ist das hiesige SOS-Kinderdorf Horst Flakowski zu verdanken. Am 4. März 1918 in Brandenburg an der Havel geboren und 1953 nach staatlicher Unterdrückung in den Westen geflüchtet, hatte er, dessen Frau und Kinder früh gestorben waren, 1991 das Kaufhaus des Vaters in der Hauptstraße und die dazugehörigen Grundstücke zurückzubekommen. Er verkaufte die Immobilie an die Karstadt AG für zehn Millionen Mark, die er je hälftig zur Gründung eines SOS-Kinderdorfes in Brandenburg und für die Gründung der gemeinnützigen Alfred-Flakowski-Stiftung zur Förderung sozialer Einrichtungen sowie denkmalpflegerischer, künstlerischer und kultureller Vorhaben einsetzte.
Nunmehr bietet das SOS-Kinderdorf Brandenburg an der Havel als eine von 38 Einrichtungen, die der SOS-Kinderdorf e.V. in Deutschland unterhält, seit drei Jahrzehnten vielfältige Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Neben den Familienangeboten gehören dazu unter anderem eine Kindertagesstätte, ein Kinderhort sowie Hilfen zur Erziehung und sozialpädagogische Betreuungsangebote.
Der Oberbürgermeister würdigte insbesondere die Arbeit der Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen:
„Sie schenken Kindern Sicherheit, Aufmerksamkeit und Zuversicht – und damit oft genau das, was im Leben den entscheidenden Unterschied macht.“
Abschließend dankte er allen Beteiligten für ihr langjähriges Engagement und gratulierte dem SOS-Kinderdorf im Namen der Stadt Brandenburg an der Havel zum Jubiläum. Für die Zukunft wünschte er der Einrichtung weiterhin Kraft, Zuversicht und viele engagierte Unterstützerinnen und Unterstützer.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt