Pflege trifft Digitalisierung: Konkrete Einblicke in digitale Lösungen


Die Experten beim Podiumsgespräch im Austausch mit dem Publikum.

Wie kann Digitalisierung die Pflege ganz konkret unterstützen? Dieser Frage widmete sich der Themennachmittag „Pflege trifft Digitalisierung“, zu dem das Netzwerk Zukunft Pflege (ZuPf) am vergangenen Freitag in das Audimax der Technischen Hochschule Brandenburg eingeladen hatte. Kooperationspartner*innen waren die Technische Hochschule Brandenburg sowie das Berliner Landeskompetenzzentrum Pflege 4.0.

Zum Auftakt konnten sich die Besucherinnen und Besucher im Aktionsbereich einen unmittelbaren Eindruck verschaffen: Regionale Anbieter präsentierten digitale Anwendungen aus unterschiedlichen Bereichen der Pflege – von Assistenzsystemen für den Alltag über digitale Tourenplanung bis hin zu Informationsangeboten und interaktiven Formaten. Die Möglichkeit, Technik aus nächster Nähe kennenzulernen und Fragen direkt zu stellen, wurde intensiv genutzt.

Im Anschluss vertieften Fachvorträge das Thema. Simon Blaschke vom Berliner Landeskompetenzzentrum Pflege 4.0 zeigte, welche digitalen Lösungen bereits heute im Einsatz sind – von unterstützenden Anwendungen im häuslichen Umfeld bis hin zu Technologien im stationären Bereich. Dabei wurde deutlich: Viele Entwicklungen sind keine Zukunftsvision mehr, sondern Teil der aktuellen Versorgungspraxis.

Dr. Katja Orlowski von der Technischen Hochschule Brandenburg stellte das Bürgerprojekt „KokoFIT outdoor“ vor. Der sogenannte Gesundheitspfad Trittsicher verbindet Prävention, Bewegung und digitale Elemente. Studierende hatten das Projekt im Vorfeld wissenschaftlich begleitet und Grundlagen für die Umsetzung erarbeitet. Realisiert wird das Projekt aktuell in Hohenstücken und soll dort zur Mitte des Jahres fertiggestellt und einsatzbereit sein. Die Geräte-/Übungsbeschreibung erfolgt analog mittels Beschilderung und digital durch die App „Gut versorgt in…“. Die Informationen sollen visuell (Texte, Bilder, Videos) und auditiv präsentiert werden.

Den Blick in die klinische Praxis richtete Prof. Dr. med. Hendrik Borgmann vom Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel. Er erläuterte, wie digitale Gesundheitsanwendungen und datenbasierte Lösungen bereits eingesetzt werden. Digitale Instrumente, so Borgmann, ersetzen keine ärztliche oder pflegerische Arbeit, ermöglichen jedoch eine präzisere Datenerhebung und können Behandlungsprozesse sinnvoll ergänzen.

Per Live-Zuschaltung ergänzte Deborah Frey das Programm. Sie stellte „Hugo“ vor – ein smartes therapeutisches Kuscheltier, das sie gemeinsam mit der Technischen Hochschule Brandenburg entwickelt. Das Projekt richtet sich an Menschen mit Demenz, Neurodiversität oder emotionaler Dysregulation und verbindet technologische Elemente mit einem niederschwelligen, alltagsnahen Ansatz.

Zum Abschluss kamen alle Referenten auf dem Podium zusammen. In einer offenen Diskussionsrunde wurden Fragen aus dem Publikum aufgegriffen und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch gebracht. Dabei ging es unter anderem um praktische Umsetzbarkeit, Akzeptanz und die Frage, wie digitale Lösungen sinnvoll in bestehende Versorgungsstrukturen integriert werden können und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Die anwesenden Expertinnen und Experten sind sich einig, dass technologische Unterstützung in absehbarer Zeit deutlich selbstverständlicher zum Pflegealltag gehören wird – ähnlich wie digitale Dokumentation, Smartphones oder Navigationssysteme, die heute kaum noch wegzudenken sind.

Digitalisierung ist kein Zukunftsthema mehr. Entscheidend ist, wie wir sie gestalten,

betont Netzwerkkoordinatorin Jenny Barthel. Ziel des Nachmittags sei es gewesen, Orientierung zu geben und den Austausch zu fördern. Die Veranstalter*innen zeigen sich zufrieden über die Offenheit des Publikums und die Neugierde am Thema.

Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für die nächste öffentliche Aktion des Netzwerks: Wer mit Akteuren aus der Pflege ins Gespräch kommen möchte, hat dazu am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, erneut Gelegenheit. Dann lädt das Netzwerk Zukunft Pflege auf den Neustädtischen Markt ein. Bürgerinnen und Bürger sind willkommen, sich zu informieren, Fragen zu stellen und die Zukunft der Pflege vor Ort aktiv mitzugestalten.

Weitere Informationen zu den Netzwerkaktivitäten bei Netzwerkkoordinatorin Jenny Barthel per Mail an barthel@lebenshaelfte.de. Die Netzwerkarbeit wird finanziert durch Mittel der sozialen und privaten Pflegeversicherung und liegt in Trägerschaft des Fördervereins Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e. V.

Quelle: Stadtverwaltung Brandenburg © Ines Ewald

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