Verkehrsunfallbilanz 2025 der Polizeidirektion West - Unfallzahlen bleiben trotz leichter Steigerung auf ähnlichem Niveau


Polizeidirektion West - Leiterin der Verkehrspolizei der Polizeidirektion West, Erste Polizeihauptkommissarin Peggy Baier

Die Anzahl der Verkehrsunfälle in der Polizeidirektion West bleibt im Jahr 2025 insgesamt auf einem ähnlichen Niveau wie sie es im Jahr zuvor war (2025: 22.386; 2024: 22.159). Bei den Hauptunfallursachen waren mit Ausnahme der Ursache Betäubungsmittel Anstiege der Zahlen zu verzeichnen.  Diese liegen im einstelligen Prozentbereich und können somit als „normale“ Schwankungen gewertet werden. Insbesondere der Anstieg der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen sticht dabei besonders hervor. Auf den Abschnitten der Bundesautobahn im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion West zeichnet sich davon abweichend jedoch ein anderes Bild. Während die Anzahl der Unfälle mit der Unfallursache Geschwindigkeit in der gesamten Direktion anstiegen, sanken sie in diesem Bereich um fast zehn Prozent (2025: 402; 2024: 536). 

 

Dazu die Leiterin der Verkehrspolizei der Polizeidirektion West, Erste Polizeihauptkommissarin Peggy Baier: „Die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: Die Anzahl der Verkehrstoten ist von 24 im Jahr 2024 auf 27 gestiegen. Trotz intensiver Bemühungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und einer kontinuierlichen Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren im Straßenverkehr bleibt die Zahl auf einem bedenklichen Niveau. Es hat sich gezeigt, dass die Hauptunfallursache der überhöhten Geschwindigkeit auf diesen Anstieg einen besonders starken Einfluss hat. Die Polizeidirektion West wird sich im Jahr 2026 daher verstärkt auf die Bekämpfung dieser Unfallursache konzentrieren. Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere auf Alleen, konzentrieren.

 

Die Kollegen im Videowagen nehmen wahr, dass aggressives Fahren zunimmt. Rechts überholen, Drängeln, Lichthupe und Geschwindigkeiten jenseits von 220 km/h in beschränkten Bereichen, werden fast täglich festgestellt und geahndet.

 

Wir sind stets damit beschäftigt uns mit Unfallschwerpunkten zu beschäftigen und Gefahrenstellen zu ermitteln, an denen die Geschwindigkeitsüberwachung dringend notwendig ist. Auf der BAB 10 wurde am 23.02.2026 in einem Baustellenbereich im Dreieck Werder die Geschwindigkeit überwacht. Hier waren 80 km/h zulässig. 10 Prozent der Fahrzeugführer waren zu schnell unterwegs. Am 24.02.2026 waren wir im morgendlichen Berufsverkehr in Falkensee, in der Spandauer Straße mit der Verkehrsüberwachung tätig. Hier waren 30 Prozent der Fahrzeugführer zu schnell und das mit Geschwindigkeiten bis 65 km/h bei zulässigen 30 km/h. Das sind Beispiele von nur 2 Tagen, die deutlich machen, dass wir unsere Arbeit nicht einschränken dürfen.

 

Wir richten unseren Fokus auch auf Bereiche, in denen besonders gefährdete Personen wie Kinder und Jugendliche am Straßenverkehr teilnehmen. So werden wir weiter verstärkt vor Schulen und Kindergärten präsent sein und für Sicherheit sorgen. Wir freuen uns auch jetzt schon auf die vielen positiven Gespräche und Rückmeldungen für diese Kontrollen.

 

Als einen weiteren Unfallschwerpunkt sehe ich die zirka 200 Kilometer umfassenden Bundesautobahnen in der Polizeidirektion West, auch wenn die absolute Anzahl der Verkehrsunfälle hier leicht um 2,7 Prozent gesunken ist (2025: 2.215; 2024: 2.277). Die Hauptunfallursachen auf den Autobahnen sind nicht angepasste Geschwindigkeit und das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes als auch beides in Kombination. Diese Zahlen zeigen uns eindeutig, dass wir mit unseren Kontrollmaßnahmen auf den Bundesautobahnen weitermachen müssen. Wir werden 2026 die Abstandskontrollen verstärken und das nicht nur bei der Kontrolle von LKW sondern auch bei PKW. Hierzu werden wir auch den Videowagen gezielt einsetzen.

 

Für das Jahr 2026 sind aus diesem Grund bereits mehrere Verkehrssicherheitsaktionen geplant, die ihren Fokus insbesondere auf Geschwindigkeitskontrollen und die Kontrolle von gewerblichem Personen- und Güterverkehr legen. Im April werden beispielsweise Geschwindigkeitsmessungen auf Straßen mit Alleecharakter und mit besonderer Berücksichtigung von motorisierten Zweiradfahrern stattfinden. Auch beteiligt sich die Polizeidirektion West in diesem Jahr wieder am sogenannten „Blitzermarathon“, um das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer weiter für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit zu schärfen. Diese Aktionen werden dann im August in ähnlicher Form wiederholt, bevor im September bei den „Safety Days“ besonders Kinder, aber auch gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer im Mittelpunkt stehen. Ziel ist es Bewusstsein für Verkehrssicherheit zu fördern und die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer untereinander zu verbessern.

 

Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmer, mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen und die Verkehrsregeln einzuhalten. Fahren Sie aufmerksam und konzentriert, passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Bedingungen an und vermeiden Sie Ablenkung. Besonders in gefährlichen Situationen, bei schlechter Witterung oder dichtem Verkehr ist es entscheidend, dass wir uns bewusst und vorrausschauend verhalten.

 

Jeder von uns hat die Möglichkeit, einen Unterschied zu machen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Straßen in Westbrandenburg sicherer werden und wir die Zahl der Verkehrsunfälle und besonders die der Verkehrsunfalltoten nachhaltig senken können. Rücksicht kann Leben retten!“

 

Die Hauptunfallursachen waren im Jahr 2025:

 

1.

Abstand

2.025

Unfälle

1

getötete Person

2.

Geschwindigkeit

1.745

Unfälle

11

getötete Personen

3.

Vorfahrt/Vorrang

1.306

Unfälle

2

getötete Personen

4.

Alkohol

342

Unfälle

keine

getötete Person

 

Drängler und Raser verursachten im Jahr 2025 fast 250 Verkehrsunfälle mehr, als im Vorjahr durch die Unfallursachen Abstand und Geschwindigkeit registriert wurden.

 

Besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer:

Unfallbeteiligungen/Unfallverursacher

 

Bei Unfällen mit Radfahrern als Unfallbeteiligte wurde ein Anstieg um vier Prozent gezählt (2025: 1.447; 2024: 1.391). Die Zahl der dabei getöteten Radfahrer blieb mit vier auf dem Vorjahresniveau. Etwas mehr als die Hälfte der Radunfälle wurden durch die Radfahrer selbst verursacht. Erfreulicherweise gab es bei Verkehrsunfällen mit beteiligten Fußgängern einen Rückgang um 8,4 Prozent (2025: 285; 2024: 311). Insbesondere positiv ist anzumerken, dass im Jahr 2025 die Anzahl der getöteten Fußgänger rückläufig war (2025: 3; 2024: 7). 88 der Verkehrsunfälle wurden dabei von Fußgängern selbst verursacht, was als positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr (2025: 88; 2024: 120) bewertet wird und einem Rückgang um 26,7 Prozent entspricht.

Bei jungen Fahrern (18 – 24 Jahre) als Unfallverursacher ist zwar die Zahl der insgesamt registrierten Unfälle um fast sechs Prozent angestiegen (2025: 2.174; 2024: 2.052). Jedoch ist erfreulicherweise die Anzahl der bei Unfällen Verletzten gesunken (2025: 439; 2024: 395). Allerdings sind, wie im Jahr 2024, erneut zwei getötete Personen in dieser Gruppe der Verkehrsteilnehmer zu verzeichnen.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle, an denen Senioren der Altersgruppe 65+ beteiligt waren, blieb mit leichtem Anstieg auf etwa gleichem Niveau (2025: 5.466; 2024: 5.283). Die Zahl, bei denen Senioren bei Verkehrsunfällen im Jahr 2025 getötet wurden, sank von 13 auf elf im Vergleich zum Jahr 2024. Dabei wurden etwa 71 Prozent der Verkehrsunfälle (3.892) durch die Senioren selbst verursacht.

 

Besonders positiv ist, dass wie bereits im Jahr 2024, auch im Jahr 2025 kein Kind im Straßenverkehr getötet wurde. Leider verletzten sich jedoch 5,8 Prozent mehr Kinder als noch 2024 bei Verkehrsunfällen (2025: 345; 2024: 326). Dabei waren die Kinder aber nicht nur aktiv am Unfallgeschehen beteiligt, sondern saßen beispielsweise als Mitfahrer in einem Fahrzeug und waren in diesen Fällen daher keine Unfallbeteiligten im Sinne der Definition. 160 dieser Verkehrsunfälle (60,4 Prozent) wurden durch die Kinder selbst verursacht. Bei 185 der Verkehrsunfälle waren die Kinder mit einem Fahrrad beteiligt. 72 Unfälle ereigneten sich auf dem Weg zur Schule.

Quelle: Polizeidirektion West

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