Einen bitteren Nachmittag erlebt die BSG Stahl Brandenburg in ihrem Auswärtsspiel beim SV 1908 Grün-Weiß Ahrensfelde an diesem Sonnabend. Nach einer wechselhaften Partie kassierten die Brandenburger in der Nachspielzeit den Treffer zur 2:3-Niederlage. Viele Stahl-Fans sprachen von einer unverdienten Pleite, doch der Auftritt in der ersten Hälfte war diskussionswürdig. Von der erhofften Spritzigkeit vom Anpfiff an war nichts zu sehen.
Dabei ging es gut los. In der 5. Minute kamen die Gäste über die rechte Seite mit Lamin Jatta, der passte scharf in den Strafraum auf Ben Dayan Bleiß, der den Ball haarscharf verpasste. Das machten die Gastgeber besser, sie nutzten ihre erste Gelegenheit. Die leiteten die Brandenburger in der 13. Minute quasi selbst ein, mit einem katastrophalen Fehlpass im Mittelfeld. Die Grün-Weißen spielten schnell nach vorn und gingen durch Justin Berger in Führung. Zum Glück gaben die Gäste rasch die passende Antwort. Benjamin Nwatu bekam den Ball 25 Meter vor dem Tor zugespielt, nahm ein wenig Anlauf und traf zum 1:1 (16.).
Dieser Glücksmoment sorgte aber nicht für Beruhigung im Spiel der Brandenburger. In der Defensive fehlte die Ordnung, sie leistete sich ungewöhnliche viele Fehlpässe, zudem fehlte die Bindung zum Mittelfeld. Man ließ den Ahrensfeldern viel zu viel Platz, den sie für ihre Angriffe nutzten. In der 18. Minute kamen sie nach einem Eckball zu einer guten Kopfballchance die Stahl-Schlussmann Felix Baitz mit letztem Einsatz über die Latte lenkte. Fünf Minuten später musste er erneut retten, als die Gastgeber nach es einem Konter aus 18 Metern probierten.
Von der Stahl-Elf war nicht viel zu sehen, sie hatte aber Mitte der ersten Hälfet eine gute Möglichkeit durch Timm Renner, dessen Freistoß aus 25 Meter der SV-Torwart Richard Dannat gerade noch parieren konnte. Nach einer halben Stunde wurden die Gäste von einem weiten Ball auf die rechte Seite überrascht. Lucas Nico Gurklys drang in den Strafraum ein und traf zur erneuten Führung. Die geriet in der 38. Minute in Gefahr durch eine spektakuläre Aktion der Brandenburger. Renner flankte in den Sechzehner, Bleiß stieg zu einem Seitfallzieher hoch und traf aus zwölf Metern nur den Querbalken. Das wäre ein Tor wert gewesen, doch so blieb es bei der verdienten Führung der Grün-Weißen.
Die zweite Hälfte begann mit einem Treffer der Gastgeber (50.), wurde aber umgehend vom Schiedsrichter abgepfiffen, er sah eine Abseitsposition. Nach einer Stunde nahm Trainer Robert Pocrnic einen Dreifachwechsel vor. Jatta ging, Nwatu war angeschlagen und Adrian Jaskola fühlte sich unwohl. Dafür kamen Justin Inter, Jonas Günther und Philip Einsiedel. Und damit nahm die Partie eine ganz andere Richtung auf. Die Räume wurden nun besser bespielt, einfache, aber sichere Pässe sorgten für Unruhe in der gegnerischen Hälfte, wie auch ganz simpel den Ball klatschen lassen.
Der Ausgleich ließ dann auch nicht lang auf sich warten. Elias Große schlug in der 65. Minute eine Ecke in den Sechzehner, der Kopfball von Bleiß wurde noch abgewehrt, doch Einsiedel stand goldrichtig, traf zum 2:2. Damit wollte sich die Stahl-Elf aber nicht begnügen, sie ging mutig auf das dritte Tor. Nach einer Ecke schien es schon fällig, doch der Kopfball von Bleiß (69.) wurde gerade noch vor der Torlinie geklärt. Kurz darauf schickte Günther (72.) mit einem tiefen Pass Dominic Kanyi, der lief auf Dannat zu, der zur Seite abwehrte, den Nachschuss jagte Ben Bleiß über das Tor. Da war mehr drin. Pech hatte Einsiedel in der 81. Minute, bei seinem Versuch aus zwölf Metern von der linken Seite, den Dannat in höchster Not klärte.
Von den Platzherren war offensiv nichts mehr zu sehen, sie kamen über Ansätze nicht heraus. Dass sah bei den Gästen ganz anders aus, die mit ihrem schnellen Spiel immer wieder Löcher in die gegnerische Abwehr rissen. In der 85. Minute startete Große zu einem kleinen Solo, drang in den Strafraum ein, wo er unfair gestoppt wurde. Der Unparteiische entschied sofort auf Elfmeter. Kanyi schnappte sich den Ball, fand aber in Dannat seinen Meister. Mittlerweile wäre die Führung verdient gewesen, doch es sollte anders kommen.
Kurz vor Ende der regulären Spielzeit musste Baitz zum ersten Mal in der zweiten Hälfte ernsthafter eingreifen, der Schuss von der Strafraumgrenze stellte jedoch keine große Gefahr dar. In der dritten Minute der Nachspielzeit ging ein eigener Einwurf für die Brandenburger verloren. Eigentlich kein Problem, wenn sich dann alle Spieler nach hinten orientieren. Dies war nicht der Fall, die Flanke der Grün-Weißen wurde noch abgewehrt, doch beim Nachschuss aus 16 Metern hatte Nick Graupner freie Bahn und erzielte den 3:2-Endstand.
Beim Abpfiff lange Gesichter in den Reihen der Stahlspieler. Nach einer schlechten ersten Hälfte hatten sie sich nach einer Stunde in die Partie hineingebissen, hatten mehrmals die Chance in Führung zu gehen und mussten dann nach einer Unaufmerksamkeit kurz vor dem Ende diesen Treffer hinnehmen und standen mit leeren Händen da. Wieder zahlte die Mannschaft Lehrgeld, weil sie nicht in jeder Minute des Spiels mit höchster Konzentration zu Werke ging.
Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.