
„DEKAINASTÖR a lad in sane – art in motion“ ab 17.10. in der Johanniskirche
„DEKAINASTÖR a lad in sane – art in motion“ ab 17.10. in der Johanniskirche © Jürgen Dunkel DEKAINASTÖR a lad in sane – art in
„DEKAINASTÖR a lad in sane – art in motion“ ab 17.10. in der Johanniskirche
DEKAINASTÖR a lad in sane – art in motion
Ausstellung von Jürgen Dunkel in der Johanniskirche Brandenburg an der Havel
Am 17. Oktober 2026 um 19:00 Uhr eröffnet in der Johanniskirche Brandenburg an der
Havel die Ausstellung a lad in sane – art in motion von Jürgen Dunkel.
Die Ausstellung verbindet großformatige Fotografien, einen Kurzfilm und eine Live-
Tanzperformance von Friederike Wulff. Diese drei Medien sind nicht als voneinander
getrennte Programmpunkte angelegt. Fotografie, Film und Performance bilden vielmehr
unterschiedliche Ausdrucksebenen einer gemeinsamen künstlerischen Arbeit.
Ausgangspunkt ist ein Widerspruch, der den Alltag moderner Gesellschaften prägt:
Menschen verfügen über umfangreiches Wissen über ökologische, gesellschaftliche und
existentielle Krisen. Dieses Wissen führt jedoch keineswegs zwangsläufig zu entsprechendem Handeln.
Zwischen Erkenntnis und Handlung öffnet sich ein Zwischenraum. In ihm liegen
Verdrängung, Gewöhnung, Bequemlichkeit, Abwehr und die Fähigkeit, mit Widersprüchen
weiterzuleben. DEKAINASTÖR a lad in sane – art in motion untersucht diesen Raum, ohne
ihn auf eine eindeutige Botschaft zu reduzieren.
Die Fotografien verdichten Zustände. Figuren, Körper, Materialien und Situationen
erscheinen häufig präzise geordnet und zugleich merkwürdig aus dem Gleichgewicht
geraten. Ihre ästhetische Oberfläche ist dabei kein Gegensatz zum Inhalt. Sie gehört zum
Problem selbst: Auch Krise kann zu einem Bild werden, das sich betrachten, konsumieren
und wieder verlassen lässt.
Der Kurzfilm fügt der fotografischen Ebene Zeit hinzu. Wiederholung, Dauer und
Veränderung verschieben die Wahrnehmung dessen, was in den Fotografien zunächst
festgehalten erscheint.
Mit der Live-Performance von Friederike Wulff tritt schließlich der Körper in den Raum.
Bewegung, Widerstand, Erstarrung und Veränderung werden nicht illustriert, sondern
physisch erfahrbar. Die Performance ist daher kein Begleitprogramm zur Ausstellung,
sondern eine eigenständige, gleichwertige Ebene des Projekts. Diese Gleichwertigkeit von
Fotografie, Film und Performance ist ausdrücklich Teil der künstlerischen Konzeption.
Der Titel a lad in sane enthält eine bewusste Verschiebung der kulturellen Referenz auf
David Bowies Aladdin Sane. Diese Referenz ist jedoch kein nostalgisches Zitat und kein
Popkulturmotiv. Sie dient als Ausgangspunkt für eine Transformation: aus einem bekannten Namen wird ein sprachlicher Bruch, aus Identität eine Verschiebung.
Auch der Projektname DEKAINASTÖR gehört in diesen Zusammenhang. Er verbindet die
Begriffe Dekadenz, Inaktion und Zerstörung zu einer Wortschöpfung, die weniger erklärt als eine Haltung markiert.
Im Zentrum bleibt eine einfache Frage:
Warum handeln wir häufig nicht entsprechend dessen, was wir längst wissen?
Diese Frage wird in der Ausstellung nicht beantwortet. Sie wird in Bildern, Bewegung, Zeit
und Raum untersucht. Das Kommunikationshandbuch der Ausstellung formuliert denselben Kern ausdrücklich als möglichen journalistischen Ausgangspunkt.
Zum Künstler
Jürgen Dunkel, 1958 in Berlin geboren, lebt in Wiesenburg/Mark und arbeitet in seinem
Atelier in Brandenburg an der Havel. 1980/81 lernte er während eines Aufenthalts in Omaha, Nebraska, im Burke Studio fotografische Grundlagen; seine weitere künstlerische
Entwicklung verlief autodidaktisch.
Dunkel arbeitet mit Fotografie, Film, Performance und Installation. In seinen Arbeiten
untersucht er gesellschaftliches Verhalten, Wahrnehmung und die Frage, wie Menschen mit den Widersprüchen ihrer Gegenwart umgehen. Aktuell beschäftigt ihn dabei auch die
Veränderung gesellschaftlicher und künstlerischer Prozesse durch künstliche Intelligenz.
Zu seinen bisherigen Ausstellungen zählen unter anderem Ausstellungen in seinem Atelier, Space Oddity und (n)Aktlos in der Galerie van den Boom in Brandenburg an der Havel sowie Beteiligungen an der Ausstellung Macht/Ohnmacht.
Veranstaltungsinformationen
DEKAINASTÖR a lad in sane – art in motion
Jürgen Dunkel
Eröffnung und Live-Performance mit Friederike Wulff:
17.10.2026 · 19:00 Uhr
Ausstellung:
18.10.–08.11.2026
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag · 14:00–18:00 Uhr
Finissage:
08.11.2026 · 14:00 Uhr
Ort:
Johanniskirche, Brandenburg an der Havel
Eintritt: frei
Veranstalter: Jürgen Dunkel

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