Die BSG Stahl Brandenburg ist momentan die Mannschaft der Stunde in der Brandenburgliga. Auch der TuS 1896 Sachsenhausen konnte die Truppe von Trainer Robert Pocrnic nicht stoppen, die TuS-Elf unterlag vor heimischer Kulisse mit 2:5. Dabei lief nicht alles nach Maß für die Brandenburger, den Top-Torjäger der Sachsenhausener, Jan-Paul Platte konnte die Defensive nicht komplett aus dem Spiel nehmen, er erzielte die beiden Treffer für die Gastgeber.
Im ersten Durchgang machten sich die Brandenburger das Leben durch viele einfache Fehler in der Abwehr selber schwer. Bälle beim ersten Kontakt versprangen, so dass die Platzherren zu guten Umschaltmomenten kamen. Wie in der 5. Minute, als Platte sein Können andeutete, aber nur den Pfosten traf. Zwölf Minuten später unterlief den Gästen erneut ein Ballverlust, die Flanke kam auf den Kopf von Platte, doch seinen Kopfball wischte Stahl-Schlussmann Felix Baitz reaktionsschnell aus dem Winkel.
Die Stahl-Elf hatte aber ebenfalls ihre starken Momente in der Offensive. In der 12. Minute lief der freigespielte Nils Müller auf den TuS-Torwart Yannic Rudolph zu, der bravourös klärte. 60 Sekunden später probierte es Luca Benedict Köhn aus 18 Metern, doch Rudolph blieb auch in dieser Szene Sieger. Wieder nur eine Minute später kam ein toller Steckpass auf Sebastian Hoyer, der sich im Sechzehner durchsetzte, aber beim Abschluss gefoult wurde. Der Schiedsrichter entschied umgehend auf Strafstoß, den Köhn sicher zur Führung verwandelte (15.). Die hätte Hoyer wenig später noch erhöhen können, doch sein Schuss nach einem prima Solo von der Mittellinie aus, strich am Pfosten vorbei (19.).
In der 25. Minute bestrafte Platte im dritten Anlauf die Fehler der Stahl-Defensive. Ausgangspunkt war wieder einmal ein leichter Ballverlust, der Ball kam zum Torjäger, der ihn, aus abseitsverdächtiger Position, an Baitz vorbei im Tor zum 1:1 unterbrachte. Kurz darauf hatte der stark aufspielende Timm Renner (27.) die erneute Führung auf dem Fuß, doch sein „Geschoss“ aus 25 Meter wehrte Rudolph sensationell ab. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff hatte Köhn die letzte Chance der ersten Hälfte, als er auf der Außenbahn zum Solo ansetzte, sein Schuss ging an „Freund und Feind“ vorbei und trudelte am langen Pfosten vorbei.
Mit dem Wiederanpfiff brachte das Stahl-Trainerteam drei neue Kräfte, die als „Gamechanger“ fungierten. Ibraima Cante ersetzte Müller, Ben Dayan Bleiß kam für Paul Kämmerer und Marvin Gründler für Benjamin Nwatu. Das brachte auch einige Umstellungen mit sich. Renner, der zuvor im Mittelfeld agierte, rückte auf die rechte Abwehrseite, die Nwatu inne hatte und machte damit die starke linke TuS-Angriffsseite dicht. Aber einmal leistete sich die Stahl-Defensive noch einen Ausrutscher. In der 67. Minute gab sie leichtsinnig den Ball her, die Gastgeber brachten Platte in Stellung, der aus stark abseitsverdächtiger Position startete. Trotz des langen Weges konnte ihn die
Gästeverteidiger nicht stellen und er erzielte die 2:1-Führung.
Dieses Malheur konnte die Brandenburger aber nicht stoppen, sie waren schon längst in dem Modus den „Gegner aufzufressen“. Wie schon in den vergangenen Wochen legte die Mannschaft nach der Pause ein paar Gänge zu, brachte die Gastgeber physisch an ihre Grenzen. Nur zwei Minuten später bediente Gründler seinen Teamkollegen Bleiß mit einem feinen Pass in die Tiefe, der sicher zum 2:2 vollendete. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit bestimmten die Gäste nun das Geschehen, ließen wortwörtlich Ball und Gegner laufen. Die Weichen auf Sieg wurden dann binnen fünf Minuten gestellt.
Das 3:2 markierte Gründler mit einem leicht abgefälschten Schuss in der 78. Minute. Kurz darauf erhöhte der Sachsenhäuser Tobias Boremski per Eigentor auf 4:2 (81.). 120 Sekunden später behauptete sich Cante auf der Außenbahn, passte auf den startenden Bleiß, der zum 5:2 abschloss (83.). Kurz darauf stand der „Noch-A-Junior“ sogar vor seinem ersten Hattrick im Männerbereich, doch sein Schuss knallte an die Unterlatte und nicht hinter die Torlinie. Aber auch so war der Auftritt der Stahlfußballer eine Machtdemonstration, vor allem im zweiten Durchgang, als sie nach Belieben
das Tempo erhöhten.
Mehr als zufrieden blickte Trainer Pocrnic auf den Auftritt seines Teams: „Ich bin stolz auf die Mannschaft, auf jeden einzelnen Spieler. Egal wen wir eingewechselt haben, jeder hat das Spielniveau noch anheben können.“ Mit dem fünften Sieg in Folge kletterte die Stahl-Elf auf den 3. Tabellenplatz und hat mit nun 49 Zählern einen neuen vereinsinternen Punkterekord in der höchsten Spielklasse des Landes aufgestellt.
Kommenden Sonnabend (13. Juni), am letzten Spieltag der Saison, kreieren die Brandenburger den neuen Meister. Da der 1. FC Frankfurt an diesem Spieltag nur ein Remis erzielte kommen die Oderstädter auf 61 Punkte, genau so viel wie die Neuruppiner. Um sicher Erster zu bleiben, müssten die Frankfurter im Stadion am Quenz die 3 Punkte holen. Die gastgebende BSG Stahl wird aber alles dafür geben, ihr sechstes Spiel in Folge zu gewinnen. Viel mehr Spannung zum Saisonende geht eigentlich nicht.
Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.