An diesem Pfingstsamstag ging die Reise für die BSG Stahl Brandenburg zum Werderaner FC Viktoria. Die Brandenburger setzten in der Inselstadt ihre positive Entwicklung fort, holten mit dem 3:1 ihren dritten Sieg in Serie. Über die gesamten 90 Minuten waren sie klarer Chef im Ring, ließen den Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Allerdings wurden sie von den Werderanern kaum gefordert, die spielerisch der Stahl-Elf nichts entgegensetzen konnten. Einziger Kritikpunkt an das Team von Trainer Robert Pocrnic war wieder einmal die Chancenverwertung.
Möglichkeiten erspielten sich die Gäste en masse. Das Trainerteam hatte zuvor gefordert schneller den Abschluss zu suchen, wenn sich die Chance ergab, sollten es die Spieler probieren. Die erste Gelegenheit für die BSG Stahl hatte Adrian Jaskola, der nach einer Ecke knapp drüber schoss. Wenig später versuchte es Benjamin Nawatu aus 20 Metern, aber auch ihm fehlten ein paar Zentimeter. Nach 17 Minuten wurde es turbulent im Viktoria-Strafraum, als es nach einem Eckball etliche Schützen versuchten, doch die Gastgeber bekamen immer einen Fuß dazwischen. Kurz darauf kam nach einer Ecke der Ball zu Nils Müller (21.), sein 20-Meter-Schuss strich über die Latte.
Nach einer halben Stunde hatten die Platzherren ihre erste Chance des Spiels. Alexander Möhl kam nach einem Konter zum Abschluss, den Erik Sauer kurz vor der Torlinie klärte. Danach richteten sich die Augen wieder auf die Gegenseite. Ibraima Cante zwang in der 38. Minute den Werder-Torhüter Niclas Schulze zu einer Parade, den Abpraller jagte Jaskola an die Latte. Doch mit der nächste Offensivaktion gingen die Gäste endlich in Führung. Timm Renner drang in den Strafraum, passte auf Justin Inter, der sah den besser postierten Müller, der aus 12 Metern gegen die Laufrichtung einschob. Müller hatte auch die letzten beiden Möglichkeiten vor der Pause, scheiterte aber mit einem Drehschuss an Schulze (41.) und traf dann noch das Außennetz (44.).
Mit dem gleichen Elan starteten die Brandenburger in die zweite Hälfte. Nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff war Müller freigespielt, doch legte er mit seinem linken Fuß den Ball am rechten Pfosten vorbei. Nach einer Ecke fehlten bei Sauers Schuss aus 20 Meter (50.) nicht viel, nur eine Minute später setzte Sebastian Hoyer den Ball nach einer schönen Einzelaktion ans Außennetz. In der 56. Minute war das 2:0 aber fällig. Nils Müller fackelte nach einem Querpass nicht lang, traf aus 22 Meter genau in den Winkel. Wenig später bekamen die Gäste einen Freistoß knapp an der Strafraumgrenze zugesprochen. Renner probierte es, traf jedoch nur den Querbalken.
Wie aus dem Nichts kamen die Werderaner der 68. Minute zu ihrer Großchance. Ein zu kurz abgewehrter Ball spielten die Gastgeber erneut in den Stahl-Sechzehner, wo ihn ein Verteidiger an den angelegten Arm bekam. Der Schiedsrichter entschied sofort auf Elfmeter, den Dima Ronis sicher zum Anschlusstreffer verwandelte. Es war aber nicht der Startschuss für die Aufholjagd, Fußballspielen wollte nur die Stahl-Elf. Sie hatte auch das Zeug dazu, spielte lauffreudig, während bei den Gastgebern die Kräfte zusehends schwanden.
Nur weitere Tore wollten zunächst nicht fallen. Nah dran war Ben Dayan Bleiß in der 79. Minute, als er von einem Zuspiel von Luca Köhn profitierte, aber nur die Latte traf. Die schlechte Chancenverwertung wäre beinah noch bestraft worden. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit, bekamen die Gäste den Ball nicht geklärt, dann zog ein Werderaner einfach ab, der Ball wurde mehrmals abgefälscht und Schlussmann Felix Baitz bekam gerade noch die Finger an den Ball. In der Nachspielzeit machten die Brandenburger den Sack dann endgültig zu. Bleiß bediente Marvin Gründler im Strafraum, der sah den freistehenden Köhn, der mit einem Flachschuss den 3:1- Endstand herstellte.
Wenn man vom Chancenwucher absieht, sahen die 170 Zuschauer eine gut aufspielende
Stahlmannschaft, die trotz der hohen Temperaturen in ihrer Intensität nie nachließ. Bei einem Ballverlust wurde sofort nachgesetzt, alle Spieler waren in Bewegung, was die Viktoria-Kicker an ihre Grenzen brachte. „Wir sind immer scharf geblieben, wie man heutzutage im Fußball sagt“, lobte auch Mannschaftsleiter Andreas Koch die Vorstellung der Brandenburger. Am kommenden Sonnabend (30. Mai/15 Uhr) ist der Tabellennachbar FSV Union Fürstenwalde zu Gast im Stadion am Quenz.
Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.