10 Jahre Oxford PV Germany GmbH: In Brandenburg an der Havel wird die Zukunft der Solartechnologie erforscht


Oberbürgermeister Daniel Keip im Gespräch mit CTO Ed Crossland und Prof. Henry Snaith.

Was mit der Johanna Solar Technology GmbH in dem 2008 eröffneten Werk in der Münstersche Straße 23 seinen Anfang nahm und ab 2009 unter dem Namen Bosch Solar CISTech GmbH fortgeführt wurde, wird seit 2016 mit der Oxford PV Germany GmbH (Oxford PV) zukunftsfähig: die Stromproduktion aus Sonnenenergie.

Brandenburg an der Havel spielt bei der vielversprechenden Entwicklung neuer, viel effizienterer Solarmodule eine entscheidende Rolle, was für unseren Industriestandort spricht und die Innovationsstärke unserer Stadt unterstreicht. Das spiegelt auch die Kooperation mit der THB bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten wider,

freut sich Oberbürgermeister Daniel Keip, der zum zehnjährigen Bestehen von Oxford PV in Brandenburg an der Havel das Werk besuchte und persönlich gratulierte.

Im Beisein vieler Gäste, darunter Steve Taylor von der britischen Botschaft in Berlin, die Bundestagsabgeordnete Sonja Eichwede, IHK-Potsdam-Präsidenten Ina Hänsel, Vertreterinnen und Vertreter der Fachpresse, stellte Peter Lübke, der als gemeinsamer Geschäftsführer von Oxford PV Germany die Produktion und den Betrieb in Brandenburg an der Havel verantwortet, mit CEO David Ward und dem Team die Pilotanlage, das bislang Erreichte sowie die gesteckten Ziele vor. Dazu heißt es beispielsweise:

Wir treiben die Revolution der Perowskit-Photovoltaik (PV) voran. Überall dort, wo heute Solartechnik eingesetzt wird, holen wir noch mehr heraus dank Tandemzellen, die auf derselben Fläche mehr Energie liefern.

Oxford PV möchte Marktführer im Bereich der Perowskit-Solarzellentechnologie sein – und ist auf einem guten Weg.

Moderne Silizium-Solarzellen können gegenwärtig rund 22 Prozent des einfallenden Sonnenlichts in elektrischen Strom umwandeln. Theoretisch wären bei reinstem Silizium maximal 29 Prozent möglich. Das Oxford-Team nutzt die vertrauten Zellen und legt eine hauchdünne Schicht aus Perowskit – ein Material mit besonderer Kristallstruktur – darüber. Jede Schicht nimmt ein anderes Lichtspektrum auf, sodass theoretisch bis zu 43 Prozent des Sonnenlichts in Strom umgewandelt werden kann. Um sich dieser Ausbeute anzunähern, erforscht Oxford PV, das 2010 als Spin-off aus dem Labor von Professor Henry Snaith an der Universität Oxford gegründet wurde, die neue Technologie – am Forschungs- und Entwicklungsstandort in Oxford sowie seit 2016 in der Pilot- und Produktionslinie in Brandenburg an der Havel.

12 Jahre sind seit der Entwicklung der ersten Perowskit-Silizium-Tandemsolarzelle vergangen und viele Patente und immer neue Rekorde der Energieausbeute durch stete Steigerung der Moduleffizienz erreicht worden. Inzwischen haben die Tandemmodule eine 25-prozentige Effizienz erreicht, für nächstes Jahr werden 27 Prozent angesteuert, 2030 sollen es 30 Prozent sein. Die Schritte scheinen klein, doch die Ingenieurleistung ist groß – und die Einsparung an CO2 wäre beträchtlich. Der Einsatz der Tandemsolartechnologie ist vielfältig denkbar:

Was heute auf Dächern und in Solarparks beginnt, kann morgen Fahrzeuge antreiben, Satelliten mit Energie versorgen, und Anwendungen ermöglichen, die wir uns heute kaum vorstellen können“,

war einer der Infotafeln zu entnehmen.

Bis zum massentauglichen Einsatz ist jedoch noch weitere Pionierarbeit zu leisten.

Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

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