Am letzten Spieltag der Brandenburgligasaison empfing am Sonnabend die BSG Stahl Brandenburg den Spitzenreiter 1. FC Frankfurt. Diese Partie war kein „lockeres Auslaufen“ zum Ende der Spielzeit, für die Gäste stand alles auf dem Spiel. Sie hatten, ebenso wie der Zweite MSV Neuruppin, 61 Punkte auf dem Konto, mussten also, um ganz sicher aufzusteigen auf Sieg spielen. Die Gastgeber wollten ihre Serie von fünf Siegen in Folge ausbauen, um die 50-Punkte-Marke zu knacken und damit ganz sicher vor dem Ortsrivalen BSC Süd 05 ihre Saison als Aufsteiger zu beenden. Nicht alle Ziele erreichte die Stahl-Elf.
Die Bühne für ein rassiges Saisonfinale war gegeben, 1.011 Zuschauer strömten in die Fußballarena am Quenz, darunter deutlich mehr als 100 Anhänger aus der Oderstadt. Sie sahen einen zähen Auftakt, ohne echte Höhepunkte. Die Gäste suchten nach Lücken in der Stahl-Abwehr, und die Platzherren lauerten auf Möglichkeiten ihr schnelles Umschaltspiel anzuwenden. Zwischen der 11. und 15. Minute verteilten die Brandenburger plötzlich „Gastgeschenke“. Zweimal passte die Zuordnung nicht, die Frankfurter tauchten frei vor Stahl-Schlussmann Felix Baitz auf, doch einmal landete der Ball nach einem Heber auf dem Tornetz (11.), dann krachte er gegen die Latte (13.). Zwei Minuten später verhinderten einige Stahl-Abwehrbeine eine gute FC-Chance, ehe die Situation
bereinigt wurde. Zwischendurch hatte Nils Müller auf der Gegenseite seine Gelegenheit (14.), doch sein Schuss aus neun Meter ging knapp am rechten Pfosten vorbei.
Danach bekam die Stahl-Defensive ihre Zuordnungen besser in den Griff, die Abwehr war nicht mehr so „luftig“ für den Tabellenführer. Er hatte zwar mehr Ballbesitz, erspielte sich in der ersten Hälfte aber nur noch eine gute Chance kurz vor dem Pausenpfiff, als Danny Mank im rechten Strafraum, frei vor Baitz auftauchte, sein Schuss ging jedoch am langen Pfosten vorbei. Doch auch die Gastgeber hatten ihre Möglichkeiten. Die beste besaß Sebastian Hoyer (24.), der mit einem tiefen Pass aus dem Mittelfeld geschickt wurde, hatte nur noch Torwart Dominik Müller vor sich, der den Schuss parierte. Zehn Minuten später versuchte es Erik Sauer aus 25 Metern, ihm fehlte aber ein halber Meter. So ging es mit einem aus Sicht der Platzherren glücklichen 0:0 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel kam zunächst keine Fahrt in der Partie auf. Beide Mannschaften leisteten sich viele Ballverluste in der gegnerischen Hälfte, echte Torgefahr trat so nicht auf. Nach einer Stunde nahm Trainer Robert Pocrnic einen Dreifachwechsel vor, die Youngster Marvin Gründler und Ben Dayan Bleiß durften sich vor der großen Kulisse zeigen, wie auch Maksymilian Boczek. Doch das Trio konnte nicht für die große Belebung sorgen, man hatte das Gefühl die Brandenburger hätten sich mit dem einen Punkt arrangiert. Die beste Möglichkeit besaß Ibraima Cante (67.), der vor dem Anpfiff als
einziger Stahl-Fußballer verabschiedet wurde, der von der Strafraumkante aus, knapp über das Tor zielte.
Dass die Gastgeber nicht „all in“ gingen war nicht so überraschend, doch dass die Frankfurter nicht verstärkt auf einen Treffer drängten, schon. Sporadisch ließen sie ihre Gefährlichkeit aufblitzen. In der 64. Minute konnte die Stahl-Abwehr nach einem Eckball gerade noch die Situation klären. Zehn Minuten später dribbelte sich ein Frankfurter von rechts kommend auf die Strafraumgrenze zu, zog ab, traf aber nur den Pfosten, den Abpraller konnte Boczek in höchster Not zur Ecke klären. Die sorgte ebenfalls für Verwirrung im Sechzehner, blieb aber ohne Folgen. Da mussten die Platzherren
tief durchatmen.
In der Schlussphase hatte die Stahl-Elf kaum noch Entlastungsmomente, aber bei den Angriffen der Gäste herrschte auch keine ständige Alarmstimmung vor dem Kasten von Baitz. Als alles auf ein Remis hinsteuerte, hatte der Tabellenführer doch noch seinen lichten Moment in der 86. Minute. Der Ball kam von rechts auf die linke Strafraumseite. Den ersten Versuch blockten die Gastgeber, der zweite ging an die Latte, ehe Tom Jahnke den Ball über die Linie beförderte. Trotz langer Nachspielzeit tat sich nichts mehr am Ergebnis. Die Frankfurter bejubelten ihren Sieg und damit den Aufstieg in die Oberliga. Beim Verlierer gab es keine Missstimmung, die Stahlfußballer wurden von ihren Fans für die tolle Saison gefeiert. Und auch wenn die Serie riss und die 50-Punkte-Marke nicht
geknackt wurde, wurde das Ziel vor dem Ortsrivalen über die „Ziellinie“ zu kommen, mit dem 3. Platz erreicht.
Trainer Pocrnic gratulierte den Frankfurtern fair zum Aufstieg: „Sie hatten die fußballerisch beste Mannschaft der Liga, die Spieler sind alle prima ausgebildet. Der Sieg ging heute völlig in Ordnung, die Gäste verzeichneten ein Chancenplus. Aber ich bin auch stolz auf meine Mannschaft. Im vergangenen Sommer hieß unser Ziel noch, die Klasse zu halten und wenn es zwischen Platz zehn und zwölf ist. Am Ende sind wir Dritter geworden, was will man mehr.“
Quelle: BSG Stahl Brandenburg e.V.