Am Dienstag fand im gut besuchten Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses die Festveranstaltung zur 32. Brandenburgischen Seniorenwoche statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Stadt Brandenburg an der Havel den demografischen Wandel gestalten und die Lebensqualität älterer Menschen sichern kann.
Oberbürgermeister Daniel Keip und der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Andreas Erlecke, warfen einen Blick auf die aktuellen Herausforderungen und Chancen einer älter werdenden Gesellschaft.
In Brandenburg an der Havel leben rund 74.000 Menschen. Davon sind 28,5 Prozent 65 Jahre oder älter. Knapp 7.700 Einwohner haben bereits das 80. Lebensjahr überschritten. Diese Entwicklung stelle die Stadt vor neue Aufgaben, biete aber zugleich die Chance, von den Erfahrungen und dem Engagement älterer Menschen zu profitieren.
„Alter ist keine Bremse. Alter ist Erfahrung. Alter ist Haltung. Und sehr oft ist Alter Engagement,“
betonte Daniel Keip. Seniorinnen und Senioren seien in Vereinen, Kirchengemeinden, Nachbarschaften und sozialen Initiativen unverzichtbare Stützen des gesellschaftlichen Lebens. Der Oberbürgermeister begrüßte zudem, dass Brandenburg an der Havel künftig Partner der Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg ist.
Für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurden während der Veranstaltung Thomas Walter Haas (Kirchengemeinderat St. Katharinen), Reiner Heublein, Eberhard Pchalek (Pro Kids Gambia), Wolfgang Süß (ASC Brandenburg 03), Detlef Petersen (Johanniter-Motorradstaffel), Anette Drehmann (Volkssolidarität), Karin Gericke (Frühchen-Eltern), Monika Kaufmann (Kirchengemeinde und Senioren-Union) sowie Marita Pöhlke (Deutsches Rotes Kreuz Klein Kreutz und Kirchengemeinde St. Gotthardt) ausgezeichnet.
Keip verwies auf zahlreiche Angebote, mit denen die Stadt älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen möchte. Dazu zählen Begegnungsstätten, Besuchsdienste, Beratungsangebote sowie Projekte zur sozialen Teilhabe. Unterstützung erhalten diese Strukturen unter anderem über die kommunale Förderung der Alten- und Behindertenhilfe sowie Landesprogramme zur Pflege vor Ort. Ziel sei es, gesellschaftliche Teilhabe zu sichern und soziale Isolation zu verhindern.
Kritisch äußerte sich der Oberbürgermeister zu möglichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Eine Ausdünnung der Verbindungen dürfe nicht dazu führen, dass Ortsteile zeitweise vom Stadtleben abgeschnitten werden. Ebenso müsse ausreichend bezahlbarer Wohnraum für Menschen aller Einkommensgruppen zur Verfügung stehen.
Der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Andreas Erlecke, sprach Diskriminierungen älterer Menschen an. Diese zeigten sich beispielsweise bei Bewerbungen, der Vergabe von Krediten oder in Debatten über verpflichtende Führerscheinprüfungen im höheren Alter. Zudem warnte er davor, Menschen durch die zunehmende Digitalisierung auszuschließen. Neben digitalen Angeboten müsse es weiterhin gleichwertige analoge Zugänge und persönliche Ansprechpartner geben.
Für den festlichen Rahmen sorgten die Kinder der Kindertagesstätte Nordmännchen sowie das Ensemble „Bülow-Bogen“ der Städtische Musikschule Vicco von Bülow, die das Programm musikalisch und künstlerisch begleiteten.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters