Die Technische Hochschule Brandenburg (THB) und die German Jordanian University (GJU) haben an der THB eine Absichtserklärung unterzeichnet, um das Potenzial für eine strategische Hochschulpartnerschaft auszuloten. Die THB und die GJU sind seit 2008 Partnerhochschulen. Seitdem heißt die THB jedes Jahr etwa zehn Studierende der GJU für ihr German Year in Brandenburg an der Havel willkommen. Sie studieren ein Semester an der THB, absolvieren im Anschluss ein Praktikum in einem deutschen Unternehmen und leisten somit auch einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in der Region, vor allem im Bereich Technik und Informatik.
Ziel der neuen Absichtserklärung ist es, auf der Basis der langjährigen, vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschulen gemeinsame Chancen, Themen und Formate zu prüfen, um die Partnerschaft zu intensivieren. Dies umfasst etwa Synergien und Pilotformate in den Bereichen Lehre, Forschung und Innovation. Konkret geplant ist zum Beispiel eine langfristige Zusammenarbeit beim Thema Transnational Education. Das Ziel ist hierbei, jordanische Studierende in Deutschland auszubilden, unter anderem um sie vor dem Hintergrund der Fachkräftesicherung dem hiesigen Arbeitsmarkt zuzuführen.
„Mit der Absichtserklärung schaffen wir einen klaren Rahmen, um unser gemeinsames Potenzial zu sondieren und nächste Schritte, beispielsweise auch die Kollaboration bei Fördermittelanträgen, vorzubereiten“, sagt THB-Präsident Prof. Dr. Andreas Wilms. Prof. Dr. Ala’aldeen Al-Halhouli, Präsident der GJU, ergänzt: „Belastbare und zukunftsgerichtete Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen ist zentral für die GJU. Gemeinsam wollen wir neue Verbindungen schaffen, auf verschiedenen Ebenen kollaborieren und den Austausch intensivieren.“
Bezug zu bestehenden Aktivitäten und neue Potenziale
Die Absichtserklärung knüpft an laufende Initiativen an und schafft neue Möglichkeiten für beide Hochschulen. Seit fünf Jahren setzen die GJU und die THB gemeinsame Lehrprojekte zum Thema Digitalisierung von Kulturerbe um. Dazu finden Projekte mit virtuellen Lehrveranstaltungen und Projektwochen in Jordanien oder Deutschland statt. Zuletzt war eine Gruppe THB-Studierender im Oktober 2025 in Jordanien, um in Kooperation mit Lehrenden und Studierenden der GJU und mit dem Jordanischen Nationalmuseum 3D-Scans zu erstellen sowie spielerische Anwendungen für Museumsbesuchende zu entwickeln.
Darüber hinaus ist die GJU ein Schlüsselpartner im Rahmen des 2026 neu eingerichteten UNESCO-Lehrstuhls „Digitalisierung von kulturellem Erbe in Krisengebieten der MENA-Region“ an der THB. Der Lehrstuhl arbeitet an der Schnittstelle von Informatik, Technik und Wirtschaft sowie Archäologie und Architektur und kooperiert mit zahlreichen Partnern im Nahen Osten und Nordafrika. Zusammen wollen die GJU und die THB Möglichkeiten für den Ausbau und die institutionelle Verankerung der gemeinsamen Aktivitäten in der Region prüfen. „Das Engagement für länderübergreifende Projekte und den Wissenstransfer macht die GJU zu einem zentralen Partner für unsere Aktivitäten in einer Region, in der Bildung, Forschung und Gesellschaft mehr Austausch und Zusammenarbeit brauchen“, sagt Prof. Julia Schnitzer, UNESCO-Chair an der THB.
Zusätzlich zur Anknüpfung an bestehende Aktivitäten soll die Partnerschaft über alle Fachbereiche und Themen hinweg an Qualität gewinnen. Gemeinsam wollen die GJU und die THB weitere Themen zur Zusammenarbeit in Lehre und Forschung identifizieren und den Austausch von Wissen und Ideen, aber auch konkret von Lehrenden, Studierenden und Mitarbeitenden fördern.