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Startseite » Blog » Fünf Stolpersteine für Familie Schwarz
In der Ritterstraße 92 sind am Mittwoch viele Menschen zur Verlegung von fünf Stolpersteinen für die Familie Schwarz zusammengekommen.
Die Steine schließen sich der Reihe von derzeit 16 liegenden Steinen in der Stadt an, die neben jüdischen Menschen auch an einen demokratischen Politiker und einen katholischen Geistlichen erinnern.
Für Familie Schwarz war die Ritterstraße 92 die letzte frei gewählte Wohnadresse.
Josef Schwarz, 1884 als Josef Rottenberger in Südostpolen geboren, wird im Brandenburger Adressbuch von 1914/1915 als Vertreter für Zigarren mit dem Namen „Josef Rottenberger, genannt Schwarz“ geführt. Diese Namenskombination entstand durch die nicht standesamtliche, jüdisch-religiöse Heirat 1912 mit der 1891 geborenen Amalie Rosenblüth. Als Familienname „Schwarz“ wurde der Mädchenname von Amalies Mutter gewählt – oder amtlicherweise bestimmt.
Josef Schwarz wechselte um 1917/18 in die Textilbranche und betrieb sein Textilwarengeschäft vier Häuser weiter, in der heutigen Ritterstraße 84. 1933 erwarb er die Ritterstraße 92, in der er sein Konfektionsgeschäft weiterführte.
Das Ehepaar Schwarz hatte drei gemeinsame Kinder:
Die Älteste hieß Bertha, geboren 1913, heiratete in erster Ehe Max Schul und zog zu ihm nach Hannover. 1939 floh das Ehepaar nach Belgien, 1940 nach Frankreich und von dort im Februar 1944 nach Kuba. Im Mai 1944 erreichte sie Florida. In zweiter Ehe war Bertha seit 1947 mit Martin Wachs verheiratet. Ihr Sohn Joel wurde um 1949 in New York geboren, wo Bertha im November 1975 verstarb. Joel starb 1994, er hinterließ Frau und zwei Kinder.
Der mittlere Sohn Max wurde im Juni 1918 in Brandenburg an der Havel geboren. Er floh nach der Verhaftung der Eltern, emigrierte Mitte November 1938 in die USA und erreichte New York City im Frühjahr 1939. Zunächst kam er bei Verwandten unter und traf dort 1941 seinen jüngeren Bruder Herbert wieder, der 1923 in Brandenburg an der Havel das Licht der Welt erblickte und 1941 von Belgien aus über Marseille in die USA ausgewandert war. Max und Herbert als gelernter Uhrmacher eröffneten ein Juweliergeschäft, später unterstützt durch die Schwester. Max verstarb 1997, Herbert zwei Jahre später.
Ihren Eltern, Josef und Amalie, war die Ausreise leider nicht mehr gelungen, sie wurden am 6. Oktober 1938 verhaftet. Ihnen wurde vorgeworfen, Schlachtungen nach jüdischem Ritus vorgenommen zu haben. Josef wurde zu drei Monaten, Amalie zu einem Monat Haft verurteilt. Die für den 26. November 1938 gebuchte Schiffspassage nach Havanna auf Kuba verfiel. Die Eheleute verließen Brandenburg an der Havel erst im April 1939 in Richtung Hannover, um dort bei Tochter Bertha unterzukommen und von dort einen nächsten Versuch der Ausreise zu starten.
Tragischerweise wurden Josef und Amalie Schwarz nur wenige Wochen später, im Juni 1939 in Hannover verhaftet und nach Tarnów (Polen) deportiert. Nach den Unterlagen der „Arolsen Archives“ – das größte Archiv über Opfer und Überlebende des Nationalsozialismus – verstarben Josef und Amalie Schwarz dort im April 1941.
Oberbürgermeister Steffen Scheller:
„Mit der Verlegung der Stolpersteine vor der Ritterstraße 92 wird an die Familie Schwarz erinnert, deren Leben wegen ihres Glaubens von Hass und Willkür, Flucht und Vertreibung, Entbehrung und Verlust geprägt war. Die Stolpersteine sollen uns Mahnung sein, solche Unmenschlichkeit nie wieder zuzulassen.“
Die Stolperstein-Verlegung geht auf die Initiative von Max‘ Tochter Marna Schwarz-Carroll zurück, die mit ihrem Mann und ihren erwachsenen Kindern eigens dafür nach Brandenburg an der Havel gekommen waren.
In ihrer Rede sagte sie:
„Wir kehren heute hierher zurück, um meines Vaters und seiner Familie zu gedenken. Wir erinnern uns an die Ereignisse des Holocaust und hoffen und beten, dass die Welt wachsam bleibt, um eine Rückkehr zu diesen dunklen Zeiten zu verhindern. Wir fühlen, dass Sie nun unsere Verbündeten sind, wie dieses Denkmal für unsere Familie zeigt, welches wir heute gemeinsam würdigen. Mögen wir Freunde bleiben, damit zukünftige Generationen niemals erleben müssen, was mein Vater und seine Familie durchgemacht haben. Wir möchten der Stiftung STOLPERSTEINE e.V. dafür danken, dass sie dieses ehrenvolle Denkmal für unsere Familie geschaffen hat.
Quelle: © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

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