Professor bringt Neues Europäisches Bauhaus an die Technische Hochschule Brandenburg

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Die Kunst der Spekulation

Der Professor für Digitale Medien Alexander Peterhänsel bringt die Visionen des Neuen Europäischen Bauhauses an die Technische Hochschule Brandenburg.

„Angehende Informatikerinnen und Informatiker haben angesichts der Digitalisierung und des damit verbundenen gesellschaftlichen Wandels großen Gestaltungsraum. Das bedeutet, sie haben auch große Verantwortung“, findet Prof. Alexander Peterhänsel, der diese Haltung als Grundton in seine Lehrveranstaltungen einbringt. Seit Frühjahr 2020 ist er Professor für Digitale Medien, insbesondere Mediengestaltung an der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Im laufenden Semester widmet er sich mit seinen Studierenden intensiv dem Konzept des Neuen Europäischen Bauhauses.

„Was ist Deiner Meinung nach aktuell die drängendste Frage der Menschheit? Wie würdest Du sie lösen und wie kannst Du deinen Lösungsansatz auf die Region um Brandenburg an der Havel übertragen?“ Die Fragen, die Prof. Alexander Peterhänsel seinen Studierenden stellt, sind nicht innerhalb einer Vorlesung zu beantworten. Es ist anspruchsvolle Forschungsarbeit, die nicht nur viel Recherche und Kreativität, sondern mitunter auch eine schmerzhafte Selbstreflexion erfordert. „Erst, wenn man selbst intensiv in eine Problematik eintaucht, erkennt man, wie sich alle Herausforderungen miteinander verzahnen und wie komplex und vielschichtig die Probleme in einer globalisierten, digitalen Welt sind“, so Peterhänsel. „Ziel meiner Lehre ist es, die Studierenden auf diese Herausforderungen gut vorzubereiten, damit sie sich mündig zum Wohle der Gesellschaft im demokratischen Prozess einbringen können.“

„Spekulatives Design“ heißt die Methode, auf die der Wissenschaftler und Medienkünstler gern zurückgreift. Es ist die Kunst der Möglichkeiten: Bei den entstehenden Entwürfen geht es um die kritische Auseinandersetzung mit möglichen Zukunftsszenarien. „Das Schöne ist, dass ich im Master-Studiengang Digitale Medien an der THB mit Studierenden arbeite, die aus unterschiedlichen Disziplinen kommen und außerdem richtig gut programmieren können“, so Peterhänsel. Mit Konzepten zu Künstlicher Intelligenz, Augmented Reality und anderen medialen Techniken traute sich die Projektgruppe, Problematiken wie den Klimawandel oder nachhaltige Städteplanung ganz neu zu denken –­ und entwickelte mitunter sehr provokative Lösungsansätze. Diese fließen nun direkt in den Aufruf zum internationalen Großprojekt „Neues Europäisches Bauhaus“ ein.

Das Neue Europäische Bauhaus ist eine Initiative der Europäischen Kommission: Alle Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, eigene Ideen für die Zukunft einzubringen, unabhängig von ihrem fachlichen Hintergrund. An der Schnittstelle von Kunst, Kultur, sozialer Inklusion, Wissenschaft und Technologie sollen gemeinsam Lösungsansätze für die aktuellen Herausforderungen auf der Welt entwickelt werden. Die Initiative ist interdisziplinär und setzt auf die zentralen Werte Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusivität. Vorbild für das Neue Europäische Bauhaus ist die einstige deutsche Kunstschule „Staatliches Bauhaus“, die ab 1919 Kunst und Handwerk wie auch Ästhetik und Funktionalität zusammenbrachte. So entstanden visionäre Entwürfe, die bis heute nachwirken und eine eigene Stilrichtung begründen. Peterhänsel meint: „durch unsere frühe Teilnahme am Ideenwettbwerb haben wir als Hochschule die Möglichkeit die Neue-Europäische-Bauhaus-Initiative aktiv mitzugestalten. Ich finde, die THB hat großes Potential Partnerhochschule zu werden, da sie beste Voraussetzung für interdisziplinäres Arbeiten an den Schnittstellen von Informatik, Medien, Ingenieurswesen, Wirtschaft und Gesellschaft bietet“.

Schnittstellenarbeit ist Prof. Alexander Peterhänsel vertraut. Er selbst bringt in seiner Forschung wie auch in der Lehre Informationstechnik und Design gleichberechtigt zusammen. Dabei spielt vor allen Dingen die Künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle. „Was mich antreibt, ist die Frage: Was bedeutet IT als Kulturtechnik und wie können wir den digitalen Wandel sozialverträglich und menschenzentriert gestalten?“, sagt er.

Mit seinen Forschungsschwerpunkten KI und Design sowie der nachhaltigen Gestaltung des digitalen Wandels fühlt Peterhänsel sich an der Technischen Hochschule Brandenburg sehr gut aufgehoben, weshalb er 2020 dem Ruf an den Fachbereich Informatik und Medien folgte. Zuvor arbeitete er sechs Jahre lang an der Universität der Künste in Berlin. Zu den weiteren Schlaglichtern seines Werdegangs gehören ein Studium der medialen Künste an der Kunsthochschule für Medien Köln und die Gründung des Labors für Audiovisuelle Architekturen in Berlin. Dem Wissenschaftlichen Dienst der Europäischen Kommission „Joint Research Centre“ (JRC) gehört er seit einigen Jahren als externer Experte an.

Die Konzepte und Entwürfe des Projektseminars zum Neuen Europäischen Bauhaus werden demnächst auf einer eigenen Internetseite der Technischen Hochschule Brandenburg zu sehen sein. Auch Ausstellungen und Workshops mit der Bevölkerung der Region sind in Planung. Ein erstes Kennenlernen mit der Arbeit der Studierenden kann am Tag der offenen Fenster der THB am Freitag, 28. Mai 2021 geschehen: Prof. Peterhänsel präsentiert das Projekt „Neues Europäisches Bauhaus - Spekulatives Design an der THB“ um 14.30 Uhr: https://fenster.th-brandenburg.de

Bildmotiv: Der Professor für Digitale Medien, insbesondere Mediengestaltung, Alexander Peterhänsel bringt sich intensiv in der internationalen Initiative „Neues Europäisches Bauhaus“ ein. 

Bildquelle: Fabian Vogl

Text: Technische Hochschule Brandenburg

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