Kämpfen nicht nur Klatschen

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Kämpfen nicht nur Klatschen

Die Tarifauseinandersetzung zwischen den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes und den Gewerkschaften war heute auch in Brandenburg an der Havel sichtbar. Mit einer Arbeitsniederlegung machten Kolleginnen und Kollegen aus dem Städtischen Klinikum, dem WSA, der Stadtverwaltung und der BRAWAG auf die Verhandlungen und ihre Forderungen aufmerksam. Die Kritik an diesem Streik im Vorfeld hat gezeigt, wie schwierig die aktuelle Situation und die Rahmenbedingungen für die Gespräche sind. Doch eins ist klar: Klatschen allein reicht nicht, um seinen Dank für diejenigen auszudrücken, die die Hauptlast der Pandemie mittragen müssen. Das Brandenburger Klinikum zum Beispiel mit der Rückkehr in den TVöD kann Vorbild für andere Krankenhäuser im Land sein. Doch die Kolleginnen und Kollegen, die heute auf die Straße gegangen sind, standen nicht allein zur weiteren Verbesserung der eigenen Arbeitsbedingungen auf der Straße. Die streikten auch für die Beschäftigten, aus Betrieben (noch) ohne Tarifbindung oder Unternehmen mit wenigen Gewerkschaftern oder Mitbestimmung. Das ist gelebte Solidarität. Dass die Arbeitgeberseite mit diesem Verhalten nicht einverstanden ist, kann man fast verstehen. Aber die verbale Aufrüstung im Vorfeld des Streiks war unnötig. Arbeitgeber und Gewerkschaften führen harte Auseinandersetzungen in der Sache. Dabei sollte man sich aber mit persönlichen Vorwürfen zurückhalten. Denn eins ist klar, am Ende der Verhandlungen, wenn ein akzeptables Angebot vorliegt und eine Einigung erzielt wurde, wird man in den Unternehmen und Verwaltungen wieder Seite an Seite arbeiten. Im Dienst der Öffentlichkeit!

Quelle: Daniel Keip

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Politik