„Leidenschaftlicher Patriot und Demokrat“ - Woidke und Ludwig würdigen verstorbenen Ex-Generalstaatsanwalt Rautenberg

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„Leidenschaftlicher Patriot und Demokrat“ - Woidke und Ludwig würdigen verstorbenen Ex-Generalstaatsanwalt Rautenberg

Ministerpräsident Dietmar Woidke hat den langjährigen Generalstaatsanwalt Brandenburgs, Erardo Rautenberg, als einen leidenschaftlichen Patrioten, Demokraten und Menschenfreund gewürdigt. „Rautenberg war ein Mann mit Rückgrat und Mut“, sagte Woidke heute in Brandenburg/Havel auf einer Gedenkveranstaltung anlässlich des ersten Todestages des Juristen und Publizisten. „Rautenberg griff ein, wenn er den freiheitlich-demokratischen Grundkonsens gefährdet sah. Er tat alles, damit Fremdenhass und Rechtsextremismus in unserem Land keinen Platz haben“, betonte Woidke, der gemeinsam mit Justizminister Stefan Ludwig zu der Veranstaltung eingeladen hatte.

Er überreichte der Witwe Rautenbergs das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, das dem ehemaligen Generalstaatsanwalt wenige Tage vor dessen Tod von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen worden war. Rautenberg erhielt die hohe Auszeichnung für seine Verdienste um die Festigung der freiheitlichen Demokratie und seinen Einsatz gegen Rechtsextremismus.

Woidke: „Rautenberg war ein weltoffener Menschenfreund, der seine Heimat liebte und Europa gleichwohl schätzte. Er wusste, dass man das Problem des rechten Nationalismus nicht durch Schweigen und auch nicht allein durch Abgrenzung löst. Mit einem Patriotismus der Demokraten wollte er den Rechtsextremisten den emotionalen Stützpfeiler ihrer Ideologie wegnehmen: Den Stolz auf´s eigene Land wollte er ihnen nicht überlassen! Erardo Rautenberg hat Deutschland geliebt. Er hat Brandenburg geliebt, beschirmt und besser gemacht. Ohne die Europäische Einheit in Frage zu stellen. Wir verdanken ihm viel!“

Ludwig: „Nicht nur Brandenburg hat Herrn Prof. Dr. Rautenberg wegen seines großen Anteils am Aufbau und der Fortentwicklung einer rechtsstaatlichen Justiz im Land viel zu verdanken. Als Generalstaatsanwalt und Publizist hat er sich weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus einen Namen gemacht als ebenso kämpferischer wie brillanter Jurist, als kritischer Geist und als aufrechter Demokrat.

Ein Thema, das seine Amtszeit begleitete, war sein Einsatz für eine größere politische Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft. Nach einschlägigen Erfahrungen des in jede Richtung streitbaren Generalstaatsanwalts, der sich auch mit ‚Regierenden‘ anlegte, bemühte sich Rautenberg ab dem Jahr 2000 um die Beseitigung des Status für Generalstaatsanwälte als ‚politische Beamte‘, die ohne Angabe von Gründen in den Ruhestand versetzt werden können. Aus Rautenbergs Sicht folgt aus der deutschen Justizhistorie die Bedeutung, die einer politisch unabhängigen Staatsanwaltschaft für die objektive Durchsetzung des Rechts in einem freiheitlichen Rechtsstaat zukommt.“

Rautenberg war über 20 Jahre Generalstaatsanwalt in Brandenburg. Er zählte zu den Initiatoren des Brandenburger „Aktionsbündnisses gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ und des Landesprogramms „Tolerantes Brandenburg“.

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Politik